Avi Lipkin
Avi Lipkin

 
Nach Uni­ver­si­täts­ab­schlüs­sen und ei­ner Kar­rie­re im is­ra­e­li­schen Mi­li­tär mau­ser­te Avi Lip­kin1 sich zum Red­ner und Schrift­stel­ler. Po­li­tik, Ju­den­tum, Is­lam und Re­li­gion im All­ge­mei­nen sind sei­ne The­men. In Re­turn to Mecca schil­dert er die zen­tra­le ab­ra­ha­mi­ti­sche Dy­na­mik, die so­wohl Ju­den­tum als auch Is­lam um­set­zen: von drei zu vier.

Mich ver­setz­te das in freu­di­ges Er­stau­nen. Die­se Art von Zah­len­spra­che kann­te ich zwar schon aus mei­ner jet­zi­gen Re­li­gion, dem Uni­fi­ka­tio­nis­mus. Dass ab­ra­ha­mi­ti­sche Re­li­gio­nen sie auch spre­chen, war mir aber neu. Ju­den­tum und Is­lam pfle­gen die glei­che Zah­len­dra­ma­tik? Fül­len sie mit kul­tu­rel­len In­hal­ten, die bei al­ler äu­ßer­li­chen Ver­schie­den­heit in­halt­lich ... hmm ... mit­ei­nan­der ver­wandt sind? Ganz so scheint es.

Da Is­lam und Ju­den­tum - hi­sto­risch ge­se­hen - nicht im­mer die be­sten Freun­de wa­ren, klam­me­re ich mich an je­den Stroh­halm, der zeigt, wie ver­wandt sie im Grun­de sind. Übri­gens weiß das ein­fa­che Volk das schon im­mer: Die Wie­ner Sän­ge­rin Tim­na Brau­er ent­stammt ei­ner gläu­bi­gen jü­di­schen Fa­mi­lie2, die sie als Kind in Is­ra­el die Ara­ber als "On­kel" oder "Cou­sins" se­hen lehr­te.3 Die ge­mein­sa­me Dy­na­mik "von drei zu vier" zeigt bei­den Tra­di­tio­nen ei­ne bes­se­re Rich­tung auf als die Ver­nich­tung des je­weils an­de­ren, ei­ne Dy­na­mik, die noch da­zu in Kern und We­sen der je­weils ei­ge­nen re­li­giö­sen Tra­di­tion an­kert.

Kein Wun­der al­so, dass mir, nach­dem mir Lip­kins Aus­sa­ge4 auf der Zun­ge zer­gan­gen war, ein gar nicht de­zen­tes "Na Hal­lo!" ent­schlüpf­te.

Die Dy­na­mik von drei zu vier fin­det sich in je­der der drei ab­ra­ha­mi­ti­schen Re­li­gio­nen Ju­den­tum, Chri­sten­tum und Is­lam. Ist das Chri­sten­tum über­haupt ei­ne ab­ra­ha­mi­ti­sche Re­li­gion, ob­wohl das Neue Te­sta­ment (NT) "Ehe Ab­ra­ham ward, bin ich"5 sagt? Ganz si­cher bin ich mir nicht, aber die NT-Stamm­bäu­me ent­hal­ten al­le Ab­ra­ham als Vor­fah­ren - Jo­sefs al­lerdings nur, nicht Ma­rias. Zwi­schen den Zei­len ge­le­sen, geht die Ab­stam­mung Je­su von Ab­ra­ham aus dem NT al­lerdings doch deut­lich her­vor. Und Lip­kin spricht zwar nicht ex­pli­zit von "ab­ra­ha­mi­ti­schen Re­li­gio­nen", wohl aber da­von, dass Ju­den­tum, Chri­sten­tum und Is­lam auf dem von Ab­ra­ham Er­reich­ten auf­bau­en. Al­so schei­ne ich nicht ganz zu Un­recht die­se drei Welt­re­li­gio­nen als "ab­ra­ha­mi­ti­sche" zu be­zeich­nen. (Gibt es mehr als die­se drei, soll's mir auch Recht sein. Sei mir nicht bö­se: Wo­her soll ich al­le Re­li­gio­nen ken­nen, die sich auf den su­me­ri­schen Pa­tri­ar­chen als ih­ren Stamm­va­ter be­ru­fen?)

Wir wol­len jetzt an­se­hen, was die Drei ist, was die Vier, und wie man "von drei zu vier" kommt. Wo­rin be­steht die Trias, die Drei­heit oder das Drei­eck? Wo­rin die Vier­heit, das Qua­drat oder der Wür­fel? Ich las­se Lip­kin für die ab­ra­ha­mi­ti­sche Tra­di­tion (Ju­den­tum, Is­lam) und mei­ne We­nig­keit für die mes­sia­ni­sche Tra­di­tion (Chri­sten­tum, Uni­fi­ka­tio­nis­mus) spre­chen.
 

Die Dreiheit

In Ägyp­ten wä­re die Drei laut Lip­kin im py­ra­mi­da­len top-down-Ge­sell­schafts­mo­dell an­ge­sie­delt. Gott ist die Spit­ze oben, un­ten ist die brei­te Ba­sis der Ar­beits­skla­ven, und da­zwi­schen po­si­tio­nie­ren sich Funk­tio­nä­re ei­ner Hie­rar­chie, die ent­we­der Gott - prä­sent im Pha­rao - oder der Ba­sis nä­her­ste­hen. Die­ses Sys­tem, aus dem Mo­ses die Is­ra­e­li­ten he­raus­füh­ren soll­te, un­ter­schied sich wohl we­nig vom su­me­ri­schen, aus dem Ab­ra­hams Fa­mi­lie - Got­tes Ruf fol­gend - weg­ge­zo­gen war6.

Was das Chri­sten­tum betrifft, er­in­nern mich christ­li­che Dar­stel­lun­gen der Drei­fal­tig­keit stark an ei­ne Py­ra­mi­de. Tau­sen­de Kir­chen ent­hal­ten als Mau­er- oder Al­tar­or­na­men­te das auf­recht ste­hen­de, strah­len­blit­zen­de, gol­de­ne Drei­eck vor ei­ner Wol­ke, aus des­sen In­ne­rem ein ein­sa­mes gro­ßes Au­ge oder der he­brä­i­sche Schrift­zug יהוה (JHWH) her­vor­leuch­tet. Die Drei­fal­tig­keits­leh­re er­sann man in den Jahr­hun­der­ten ab Kai­ser Kon­stan­tin I. dem Gro­ßen (Re­gie­rungs­zeit 313-336) und goss sie in Ge­set­ze. Die Drei­fal­tig­keit gilt Chri­sten als ab­so­lut trans­zen­dent, als my­ste­rium ab­so­lu­tum, mit dem Ver­stand nicht er­fass­bar und in­so­fern nur glaub­bar.

Den Is­lam be­trifft die Zahl Drei we­nig. Lip­kin äu­ßert sich da­zu nicht. Und auch mir fällt trotz mei­ner un­zu­rei­chen­den Kennt­nis des Is­lam das spär­li­che Vor­kom­men der Zahl Drei da­rin auf. Wo be­geg­nen wir ihr? Zum Bei­spiel beim ri­tu­el­len Wa­schen (Kör­per­stel­len ha­ben drei­mal ge­wa­schen zu wer­den), beim be­kräf­ti­gen­den Schwur "Wal­la­hi, Bil­la­hi, Tal­la­hi" oder bei den drei Greu­eln Wein, Spiel und Bil­der. Aber sonst? Die Drei­fal­tig­keit lehnt der Islam ab. Passt also: Lip­kin er­wähnt den Islam ja der Zahl Vier we­gen, nicht we­gen der Zahl Drei. Ent­schul­di­ge al­so, dass ich hier nicht mit ei­ner er­schöp­fen­den Aus­kunft über die Zahl Drei im Is­lam auf­war­ten kann.

Auch in Na­tur, Ma­the­ma­tik, Phy­sik und Phi­lo­so­phie und vor­christ­li­cher (heid­ni­scher) Tra­di­tion gibt es vie­le Drei­hei­ten. Das ist zwar kein Zu­fall - zu er­ör­tern, was zu­erst da war, Wis­sen­schaft oder Re­li­gion, Hen­ne oder Ei, ist hier aber nicht der Ort.

Der Uni­fi­ka­tio­nis­mus, mei­ne jet­zi­ge Re­li­gion, lehrt eben­falls Drei­hei­ten wie ...
   a) die Ent­wick­lung al­len Seins in drei Wachs­tums­stu­fen
   b) die drei Pro­zess­stu­fen Ur­sprung - Tei­lung - Ver­ei­ni­gung
   c) die drei men­ta­len Kräf­te Ver­stand, Ge­müt und Wil­le
   d) die Drei­heit, die Teil der zen­tra­len Vier­heit ist, auf die ich noch kom­me.
Ei­ner mei­ner Leh­rer sag­te: Drei ist die Zahl Got­tes, Vier die Zahl des Men­schen und Sie­ben die Zahl der Schöp­fung. Nu­me­ro­lo­gie als die Wirk­lich­keit auf­schlie­ßen­des un­er­schöpf­li­ches The­ma, so wert­voll sie auch ist, hier zu be­han­deln, füh­le ich mich aber nicht be­ru­fen.

Schauen wir uns jetzt die Vier­heit an.
 

junger Mann mit Tefillin beim Beten
Mann mit Tefillin beim Beten

Die Vierheit

... wird sicht­bar ...

1) laut Lip­kin

a) ... in den jü­di­schen Phy­lak­te­rien7 (he­brä­isch: te­fil­lin), die der männ­li­che Ju­de auf sei­nem Schei­tel und an ei­nem sie­ben Mal um sei­nen lin­ken Arm ge­wi­ckel­ten Le­der­rie­men trägt

Kaaba in Mekka
                                   Kaaba in Mekka

b) ... in dem recht­ecki­gen Ge­bäu­de in Mek­ka, das die Kaa­ba be­her­bergt und das je­der Mus­lim ein­mal in sei­nem Le­ben be­su­chen und sie­ben Mal um­run­den soll

2) laut mir

Erde mit himmlischem Jerusalem
das himm­li­sche Je­ru­sa­lem (Neu­es Te­sta­ment) – in­ter­pre­tiert als Er­de mit Phy­lak­te­rium ...

a) ... im letz­ten Buch des Neuen Te­sta­men­tes, wo es von der aus dem Him­mel he­rab­kom­men­den Stadt Je­ru­sa­lem8 spricht. Sie ist ein per­fek­ter Wür­fel von gi­gan­ti­schem Aus­maß. Sei­ne Sei­ten­län­ge be­trägt 12.000 Sta­dien (3 x 4 x 1.000). Ein Sta­dium ist 148,5 Me­ter lang, al­so wä­ren 12.000 Sta­dien 1.782 Ki­lo­me­ter - knapp 15% des Erd­durch­mes­sers. Viel­leicht ist die­se Zahl aber zah­len­my­stisch ("ge­ma­trisch") zu deu­ten, wie bi­bli­sche Zah­len mei­stens. Dann müss­te man sie eher spi­ri­tu­ell als geo­me­trisch ver­ste­hen.

Vier-Positionen-Fundament
        eine Darstellung des Vier-Positionen-Fundaments
                      aus dem Buch "Das Prinzip"

b) ... im Buch "Das Prin­zip", der Of­fen­ba­rung des Uni­fi­ka­tio­nis­mus, wo­nach jed­we­de Exi­stenz im so­ge­nann­ten Vier-Po­si­tio­nen-Fun­da­ment grün­det, ein ein­deu­tig vier­ecki­ges Kon­zept (sei­nem We­sen nach mei­nes Erach­tens je­doch sphä­risch), das im Drei­schritt Ur­sprung - Tei­lung - Ver­ei­ni­gung Form an­nimmt.

Wann wur­de die Zahl Vier für das Volk Got­tes re­le­vant? Wann er­hiel­ten die Is­ra­e­li­ten die Phy­lak­te­rien? Lip­kin ar­gu­men­tiert, dass sie die­se be­reits vor dem Aus­zug aus Ägyp­ten er­hiel­ten. Denn Mo­ses' Wor­te "Es sei dir ein Zei­chen an der Hand und ein Er­in­ne­rungs­mal an der Stirn" (Exo­dus 13:9) wur­den be­reits vor dem Aus­zug aus Ägyp­ten ge­spro­chen. Die wür­fel­för­mi­gen Amu­let­te sol­len schon da­mals die Rich­tung zum Auf­bruchs­ziel der Is­ra­e­li­ten an­ge­ge­ben ha­ben. Man stel­le sich vor: Be­reits in Ägyp­ten, dem Land, das die Drei re­prä­sen­tiert, er­hal­ten die Is­ra­e­li­ten die Zahl Vier als in die Zu­kunft wei­sen­den Fin­ger­zeig. Wer hät­te ge­dacht, dass die Phy­lak­te­rien äl­ter sind als der Exo­dus! Kein Wun­der, dass gläu­bi­ge Ju­den sie heu­te noch mit re­li­gi­ö­ser Ob­ser­vanz tra­gen, wenn sie be­ten.
 

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F U S S N O T E N

1 ge­bo­ren 1949 in New York; Pseu­do­nym: Vic­tor Mor­de­cai

2 Ihr Va­ter ist der be­kann­te Arik Brau­er, in der Ma­le­rei Ver­tre­ter des Wie­ner Fan­ta­sti­schen Re­a­lis­mus, aber auch als Lie­der­ma­cher er­folg­reich.

3 Sie­he den Co­ver­text ih­rer Pro­duk­tion "Voices for Peace" aus dem Jah­re 1999: http://www.religionen.at/irtimna01.htm

4 In­ter­view mit Ga­ry Stear­man, dem US-ame­ri­ka­ni­schen Talk-Host von "Pro­phe­cy in the News", auf You­tube hoch­ge­la­den am 18.3.2017 https://www.youtube.com/watch?v=ZlhS5sGinJQ.

5 Jo­han­nes 8:58

6 "Der Herr sprach zu Ab­ram: Zieh weg aus dei­nem Land, von dei­ner Ver­wandt­schaft und aus dei­nem Va­ter­haus in das Land, das ich dir zei­gen wer­de." (Ge­ne­sis 12:1)

7 φυλακτηριον (phy­lak­te­rion) ist Grie­chisch und heißt Amu­lett oder Glücks­brin­ger. חפילין (te­fil­lin) ist der Plu­ral des he­brä­i­schen תפילה (te­fil­lah - Ge­bet). Te­fil­lin heißt al­so "Ge­be­te" und wird tra­di­tio­nell - auch vom Neuen Te­sta­ment - mit "Ge­bets­rie­men" wie­der­ge­ge­ben. Die Phy­lak­te­rien oder Te­fil­lin ent­hal­ten fol­gen­de vier aus Pa­pier oder Per­ga­ment ge­fer­tig­ten Zet­tel mit Schrift­zi­ta­ten:
  a) Exo­dus 13:1-10: "Der Herr sprach zu Mo­se: 'Erkläre al­le Erst­ge­burt als mir ge­hei­ligt! Al­les, was bei den Is­ra­e­li­ten den Mut­ter­schoß durch­bricht, bei Mensch und Vieh, ge­hört mir. Mo­se sag­te zum Volk: Denkt an die­sen Tag, an dem ihr aus Ägyp­ten, dem Skla­ven­haus, fort­ge­zo­gen seid; denn mit star­ker Hand hat euch der Herr von dort he­raus­ge­führt. Nichts Ge­säu­er­tes soll man es­sen. Heu­te im Mo­nat Abib seid ihr weg­ge­zo­gen. Wenn dich der Herr in das Land der Ka­naani­ter, He­ti­ter, Amo­ri­ter, Hi­wi­ter und Je­bu­si­ter ge­führt hat - er hat dei­nen Vä­tern mit ei­nem Eid zu­ge­si­chert, dir das Land zu ge­ben, wo Milch und Ho­nig flie­ßen -, be­geh die Fei­er in die­sem Mo­nat! Sie­ben Ta­ge sollst du un­ge­säuer­te Bro­te es­sen, am sieb­ten Tag ist ein Fest zur Eh­re des Herrn. Un­ge­säu­er­te Bro­te soll man sie­ben Ta­ge lang es­sen. Nichts Ge­säu­er­tes soll man bei dir se­hen, und kein Sau­er­teig soll in dei­nem gan­zen Ge­biet zu fin­den sein. An die­sem Tag er­zähl dei­nem Sohn: Das ge­schieht für das, was der Herr an mir ge­tan hat, als ich aus Ägyp­ten aus­zog. Es sei dir ein Zei­chen an der Hand und ein Er­in­ne­rungs­mal an der Stirn, da­mit das Ge­setz des Herrn in dei­nem Mund sei. Denn mit star­ker Hand hat dich der Herr aus Ägyp­ten he­raus­ge­führt. Hal­te dich an die­se Re­gel, Jahr für Jahr, zur fest­ge­setz­ten Zeit!'"
  b) Exo­dus 13:11-16: "Der Herr wird dich in das Land der Ka­naani­ter brin­gen und wird es dir ge­ben, wie er dir und dei­nen Vä­tern mit ei­nem Eid zu­ge­si­chert hat. Dann musst du al­les, was den Mut­ter­schoß durch­bricht, vor den Herrn brin­gen; al­le männ­li­chen Erst­lin­ge, die dein Vieh wirft, ge­hö­ren dem Herrn. Je­den Erst­ling vom Esel aber lö­se durch ein Schaf aus! Willst du ihn nicht aus­lö­sen, dann brich ihm das Ge­nick! Je­den Erst­ge­bo­re­nen dei­ner Söh­ne musst du aus­lö­sen. Wenn dich mor­gen dein Sohn fragt: 'Was be­deu­tet das?', dann sag ihm: 'Mit star­ker Hand hat uns der Herr aus Ägyp­ten, aus dem Skla­ven­haus, he­raus­ge­führt. Als der Pha­rao hart blieb und uns nicht zie­hen ließ, er­schlug der Herr al­le Erst­ge­bo­re­nen in Ägyp­ten, bei Mensch und Vieh. Darum op­fe­re ich dem Herrn al­le männ­li­chen Tie­re, die den Mut­ter­schoß durch­bre­chen; al­le Erst­ge­bo­re­nen mei­ner Söh­ne aber lö­se ich aus.' Das sei dir ein Zei­chen an dei­ner Hand und ein Schmuck auf dei­ner Stirn; denn mit star­ker Hand hat uns der Herr aus Ägyp­ten he­raus­ge­führt."
  c) Deu­te­ro­no­mium 6:4-9: "Höre, Is­ra­el! Jah­we, un­ser Gott, Jah­we ist ein­zig. Da­rum sollst du den Herrn, dei­nen Gott, lie­ben mit gan­zem Her­zen, mit gan­zer See­le und mit gan­zer Kraft. Die­se Wor­te, auf die ich dich heu­te ver­pflich­te, sol­len auf dei­nem Her­zen ge­schrie­ben ste­hen. Du sollst sie dei­nen Söh­nen wie­der­ho­len. Du sollst von ih­nen re­den, wenn du zu Hau­se sitzt und wenn du auf der Stra­ße gehst, wenn du dich schla­fen legst und wenn du auf­stehst. Du sollst sie als Zei­chen um das Hand­ge­lenk bin­den. Sie sol­len zum Schmuck auf dei­ner Stirn wer­den. Du sollst sie auf die Tür­pfo­sten dei­nes Hau­ses und in dei­ne Stadt­to­re schrei­ben."
  d) Deu­te­ro­no­mium 11:13-21: "Und wenn ihr auf mei­ne Ge­bo­te hört, auf die ich euch heu­te ver­pflich­te, wenn ihr al­so den Herrn, eu­ren Gott, liebt und ihm mit gan­zem Her­zen und mit gan­zer See­le dient, dann ge­be ich eu­rem Land sei­nen Re­gen zur rech­ten Zeit, den Re­gen im Herbst und den Re­gen im Früh­jahr, und du kannst Korn, Most und Öl ern­ten; dann ge­be ich dei­nem Vieh sein Gras auf dem Feld, und du kannst es­sen und satt wer­den. Aber nehmt euch in acht! Lasst euer Herz nicht ver­füh­ren, weicht nicht vom Weg ab, dient nicht an­de­ren Göt­tern, und werft euch nicht vor ih­nen nie­der! Sonst wird der Zorn des Herrn ge­gen euch ent­bren­nen; er wird den Him­mel zu­schlie­ßen, es wird kein Re­gen fal­len, der Acker wird kei­nen Er­trag brin­gen, und ihr wer­det un­ver­züg­lich aus dem präch­ti­gen Land ge­tilgt sein, das der Herr euch ge­ben will. Diese mei­ne Worte sollt ihr auf eu­er Herz und auf eu­re See­le schrei­ben. Ihr sollt sie als Zei­chen um das Hand­ge­lenk bi­nden. Sie sol­len zum Schmuck auf eu­rer Stirn wer­den. Ihr sollt sie eu­re Söh­ne leh­ren, in­dem ihr von ih­nen re­det, wenn du zu Hau­se sitzt und wenn du auf der Stra­ße gehst, wenn du dich schla­fen legst und wenn du auf­stehst. Du sollst sie auf die Tür­pfo­sten dei­nes Hau­ses und in dei­ne Stadt­to­re schrei­ben. So sol­len die Ta­ge, die ihr und eu­re Söh­ne in dem Land lebt, von dem ihr wisst: der Herr hat eu­ren Vä­tern ge­schwo­ren, es ih­nen zu ge­ben, so zahl­reich wer­den wie die Ta­ge, die der Him­mel sich über der Er­de wölbt."

8 "Die Stadt war vier­eckig an­ge­legt und eben­so lang wie breit. ... ih­re Län­ge, Brei­te und Hö­he sind gleich: zwölf­tau­send Sta­dien." (Of­fen­ba­rung 21:16)