I N H A L T
 
       VERSTEHEN WIR, WAS "HUMANAE
                 VITAE" SAGEN WILL?

 
   I. Vorbemerkungen
  II. Der größere gesellschaftspolitische
      Zusammenhang – der Antagonismus
       1 Die Situation
       2 Die Reaktion
       3 Die Reaktion auf die Reaktion
         3.1 Was die Päpste dazu sagten
         3.2 Was die Katholiken dazu sagten
             3.2.1 Ehepaare
             3.2.2 Bischöfe
 III. Rang und Geltung dieser Lehre
  IV. Abhilfe
 

 
Für kur­ze Zeit er­ging sich die Pres­se in al­ler Welt wie­der ein­mal in flap­si­gen Kom­men­ta­ren zur kirch­li­chen Leh­re über die Ge­bur­ten­re­ge­lung. Aus­lö­ser war ein Ne­ben­satz des am­tie­ren­den Pap­stes in ei­nem mit Pe­ter See­wald ge­führ­ten In­ter­view1, dem­ge­mäß der Um­stieg ei­nes Pro­sti­tu­ier­ten auf Kon­do­me ein ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ter Schritt sein kön­ne. Mehr brauch­te es nicht, um Kom­men­ta­to­ren zur küh­nen An­nah­me ei­nes hi­sto­ri­schen Ab­rü­ckens der ka­tho­li­schen Kir­che von ih­rem "ka­te­go­ri­schen Kon­dom­ver­bot" zu be­we­gen. Oder wit­zel­ten sie bloß?

Ei­ne sol­che "hi­sto­ri­sche Wen­de" wird, wer noch selb­stän­dig den­ken kann, nicht beim Lehr­amt, son­dern al­len­falls bei Jour­na­li­sten se­hen, die of­fen­bar im In­te­res­se von "Sto­ries" ih­ren letz­ten noch vor­han­de­nen Be­zug zu dem, was Sa­che ist, ge­kappt ha­ben. Zum Glück be­merk­ten doch ei­ni­ge we­ni­ge, dass See­walds Buch an der ka­tho­li­schen Leh­re nichts ge­än­dert hat - wie zu­letzt Mi­cha­el Prül­ler in "Die Pres­se"2.

Was ich im Fol­gen­den an ei­ge­nen Be­ob­ach­tun­gen zum The­ma "Lehr­amt und Fa­mi­lien­pla­nung" an­bie­te, möch­te zei­gen,

I. VOR­BE­MER­KUN­GEN - "VER­BOT" TRIFFT'S NICHT WIRK­LICH

Ver­bo­ten hat der "Va­ti­kan" (wer ist das?) Kon­do­me, Pil­len oder Ähn­li­ches nie. Kann er ja nicht. Wie soll er Her­stel­lung, Ver­kauf oder Ge­brauch be­sag­ter Ge­rä­te un­ter­bin­den kön­nen? Dazu hat er we­der Macht noch Be­fug­nis.

Son­dern das Lehr­amt der ka­tho­li­schen Kir­che - stimmt, es hat sein Haupt­bü­ro in­ner­halb der va­ti­ka­ni­schen Mau­ern - stell­te im 20. Jahr­hun­dert wie­der­holt fest, dass kon­tra­zep­ti­ve Hand­lun­gen in der Ehe de­ren gott­ge­ge­be­nen Zweck wi­der­spre­chen und als "in sich bö­se" (in­trin­si­ce ma­lum) durch kei­ne Um­stän­de zu recht­fer­ti­gen sind. Ei­ne Fest­stel­lung, die es aus We­sen und Na­tur der Ehe ab­lei­tet.

Da­raus folgt, dass ...

Als ich vor 24 Jah­ren in Rom am "Pon­ti­fi­cio Ate­neo del­la San­ta Cro­ce" ka­tho­li­sche The­o­lo­gie zu stu­die­ren be­gann, war mir bald klar, dass das In­sti­tut den Stu­dien­er­folg in­tern da­nach be­wer­te­te, ob ein/e Stu­dent/in die Leh­re Papst Pauls VI. zur Emp­fäng­nis­ver­hü­tung ak­zep­tier­te oder nicht. Mir mach­te das kei­ne Pro­ble­me, schien mir doch die­se Leh­re lo­gisch und nach­voll­zieh­bar, und ich schät­ze sie bis heu­te.

Der Ne­ben­satz in dem ge­nann­ten In­ter­view mit Herrn See­wald ist nicht sen­sa­tio­nell. Längst leh­ren The­o­lo­gen den er­laub­ten Ein­satz von Kon­tra­zep­ti­va in vie­len denk­ba­ren Si­tu­a­tio­nen, nicht nur in dem vom Papst ne­ben­sätz­lich an­ge­dach­ten Fall.

Zum Bei­spiel be­merk­ten auch mei­ne - höchst papst­treu­en - rö­mi­schen The­o­lo­gie­pro­fes­so­ren, dass ei­ne Frau sich prä­ven­tiv kon­tra­zep­tiv schüt­zen darf, wenn sie in ei­ner Um­ge­bung lebt, in der bei­spiels­wei­se Ver­ge­wal­ti­gung zu be­fürch­ten ist, und dass das auch in der Ehe gilt. Denn Ver­ge­wal­ti­gung in der Ehe ist kein ehe­li­cher Akt und fällt da­her nicht un­ter das, was das Lehr­amt über "Emp­fäng­nis­ver­hü­tung in der Ehe" sagt.

Und der öster­rei­chi­sche Fa­mi­lien­bi­schof Klaus Küng äu­ßer­te sich un­längst da­hin­ge­hend, dass Mit­tel, die der ge­sund­heit­li­chen In­te­gri­tät we­gen ein­ge­setzt wer­den und als nicht di­rekt be­ab­sich­tig­te Ne­ben­wir­kung die Emp­fäng­nis ver­hin­dern - bei­spiels­wei­se ein Kon­dom in ei­ner Ehe mit ei­nem HIV-po­si­ti­vem Part­ner -, er­laubt sein kön­nen.

Be­fin­det sich un­ter den in die­sem Ab­satz an­ge­spro­che­nen Si­tu­a­tio­nen auch die ei­ne, von der die kirch­li­che Leh­re über Emp­fäng­nis­re­ge­lung spricht? Nein, tut sie nicht, ge­nau. "In­trin­si­ce ma­lum" bleibt nach wie vor nur die di­rek­te Un­frucht­bar­ma­chung des ehe­li­chen Ak­tes, al­les an­de­re muss an­ders be­ur­teilt wer­den.

Nicht zum er­sten Mal ha­ben Jour­na­li­sten den Zu­sam­men­hang miss­ach­tet, in dem ein Wort - hier eben "Kon­dom" - fällt, im In­te­res­se ih­rer "Sto­ries".
 

II. DER GRÖS­SE­RE GE­SELL­SCHAFTS­PO­LI­TI­SCHE ZU­SAM­MEN­HANG - DER AN­TA­GO­NIS­MUS

Auch die kirch­li­che Leh­re zur Emp­fäng­nis­re­ge­lung ist bei al­lem Be­zug zum Ab­so­lu­ten ein­ge­bet­tet in ein hi­sto­ri­sches (auch gei­stes­ge­schicht­li­ches), geo­gra­phi­sches, ge­sell­schaft­li­ches, wirt­schaft­li­ches Mit­ei­nan­der.

Der Ver­such ei­ner Orts­be­stim­mung die­ser Leh­re ko­in­zi­dier­te bei mir mit ei­nem jahr­zehn­te­lang be­ob­ach­te­ten ge­sell­schaft­li­chen An­ta­go­nis­mus, der im Fol­gen­den dar­ge­stellt wird. Die Stim­mig­keit die­ser Ko­in­zi­denz mö­ge je­der bit­te selbst be­ur­tei­len. Es über­rasch­te mich selbst, dass ich die gro­ßen Pa­ra­me­ter mei­ner Welt­an­schau­ung in die­ser Leh­re wie­der­fand. Ins­be­son­de­re be­trifft das die Grund­la­gen von Ge­sell­schafts­po­li­tik, De­mo­gra­fie, Wis­sen­schaft und mensch­li­cher Rei­fe.

Die päpst­li­che Leh­re zur Emp­fäng­nis­re­ge­lung wird nie­mand auf Dau­er nur als pe­dan­ti­sche Ein­for­de­rung ei­ner klein­li­chen kon­fes­sio­nel­len Re­gel, die der Papst än­dern könn­te, wenn er woll­te, se­hen kön­nen. Dass man­che Kri­ti­ker, auch The­o­lo­gen, ge­nau das zu wol­len schei­nen, wun­dert mich ziem­lich (ob­wohl es mich viel­leicht gar nicht wun­dern soll­te). An an­de­rer Stel­le ha­be ich dar­ge­legt, dass die­se Leh­re das Na­tur­recht aus­legt. Sel­bi­ges ist, an­ders als po­si­ti­ves Recht, je­der Ma­ni­pu­la­tion ent­zo­gen. Nie­mand kann es än­dern, auch der Papst nicht.

Ei­ne Vo­raus­set­zung für das Ver­ständ­nis die­ser Leh­re ist die An­er­ken­nung der mensch­li­chen Wür­de. Die drei­di­men­sio­na­le Be­trach­tungs­ebe­ne wird dem Men­schen ein­fach nicht ge­recht, die vier­di­men­sio­na­le auch nicht. Fünf Di­men­sio­nen sind ge­ra­de ein­mal die Min­dest­wei­te ei­ner men­schen­wür­di­gen Exi­stenz, und es gibt noch mehr. Ver­zei­hung für mei­nen epi­ste­mo­lo­gi­schen Aus­flug in die Welt der Di­men­sio­nen - ich weiß, die­ses Wort kommt in der Bi­bel nicht ex­pli­zit vor. Aber ir­gend­wie muss ich ein­fach mei­nen Ver­dacht for­mu­lie­ren, dass The­o­lo­gen, die die­se Leh­re für ver­än­der­bar er­klä­ren, den Men­schen nicht ganz für voll neh­men.
 

1. DIE SI­TU­A­TION

Die Wen­de vom 19. zum 20. Jahr­hun­dert be­scher­te der Mensch­heit ei­nen Sprung nach vor­ne im Ver­ständ­nis der Fort­pflan­zungs­bio­lo­gie. Ver­ant­wort­lich da­für war ei­ne 1860 ge­mach­te Ent­de­ckung des Au­gu­sti­ner­pa­ters Gre­gor Men­del, die et­wa ab 1902 aka­de­mi­sche Ak­zep­tanz er­lang­te. Ich be­zie­he mich hier auf je­nen Aspekt der nach ihm be­nann­ten Ver­er­bungs­re­geln, dem­ge­mäß sich der Bei­trag zur Ent­ste­hung neu­en Le­bens zu je 50% auf bei­de El­tern auf­teilt. Männ­li­cher wie weib­li­cher El­tern­teil lie­fern je ei­nen ha­plo­i­den Chro­mo­so­men­satz (Sa­men- bzw. Ei­zel­le), der in der weib­li­chen Ei­zel­le beim Vor­gang der Be­fruch­tung mit dem an­de­ren zu ei­nem di­plo­i­den Chro­mo­so­men­satz ei­nes neu­en Le­be­we­sens ver­schmilzt und des­sen to­to­po­ten­te Erst­zel­le bil­det. Da­mit war erst­mals in der Ge­schich­te die Gleich­wer­tig­keit von Mann und Frau bei der Wei­ter­ga­be des Le­bens so­wohl em­pi­risch als auch lo­gisch nach­voll­zieh­bar ge­wor­den - und die Zei­ten, in de­nen man den Mann als Al­lein- oder Haupt­ur­sa­che der Fort­pflan­zung an­sah, wa­ren vor­bei.

Der weib­li­che Zy­k­lus wur­de nun neu stu­diert, wo­mit ein so noch nie da ge­we­se­nes Bild von der Bio­lo­gie der Frucht­bar­keit und der Pla­nung von Nach­kom­men­schaft je­der­mann/-frau ver­mit­telt wer­den konn­te. Ein Ehe­paar konn­te da­mit nicht nur Zeit­punkt und Zahl der Kin­der, son­dern auch de­ren Qua­li­tät und so­gar Ge­schlecht be­ein­flus­sen.

Der Baum des Le­bens war in greif­ba­re Nä­he ge­rückt ...

"Seht, der Mensch ist ge­wor­den wie wir; er er­kennt Gut und Bö­se. Dass er jetzt nicht die Hand aus­streckt, auch vom Baum des Le­bens nimmt, da­von isst und ewig lebt!" (Ge­ne­sis 3:22)
 

2. DIE RE­AK­TION

... ließ nicht auf sich war­ten. Mit die­sem Wis­sen und ei­nem rei­fen Be­wusst­sein droh­te die Mensch­heit aus dem Ru­der zu lau­fen. Die phan­ta­sti­schen Mög­lich­kei­ten quan­ti­ta­ti­ven und qua­li­ta­ti­ven Wachs­tums der Mensch­heit er­reg­ten in be­stimm­ten Krei­sen Be­sorg­nis.

... die Söh­ne Is­ra­els wa­ren frucht­bar, so­dass das Land von ih­nen wim­mel­te. Sie ver­mehr­ten sich und wur­den über­aus stark; sie be­völ­ker­ten das Land.

... "Seht nur, das Volk der Is­ra­e­li­ten ist grö­ßer und stär­ker als wir.

... Wenn ein Krieg aus­bricht, kön­nen sie sich un­se­ren Fein­den an­schlie­ßen, ge­gen uns kämp­fen und sich des Lan­des be­mäch­ti­gen."

... Je mehr man sie aber un­ter Druck hielt, um­so stär­ker ver­mehr­ten sie sich und brei­te­ten sie sich aus, so­dass die Ägyp­ter vor ih­nen das Grau­en pack­te.

... "Wenn ihr den He­brä­e­rin­nen Ge­burts­hil­fe lei­stet, dann ach­tet auf das Ge­schlecht! Ist es ein Kna­be, so lasst ihn ster­ben! Ist es ein Mäd­chen, dann kann es am Le­ben blei­ben."

... "Bei den he­brä­i­schen Frau­en ist es nicht wie bei den Ägyp­te­rin­nen, son­dern wie bei den Tie­ren: Wenn die He­bam­me zu ih­nen kommt, ha­ben sie schon ge­bo­ren."

... das Volk aber ver­mehr­te sich wei­ter und wur­de sehr stark.

... "Al­le Kna­ben, die den He­brä­ern ge­bo­ren wer­den, werft in den Nil! Die Mäd­chen dürft ihr al­le am Le­ben las­sen." (2 Mo­ses 1:7-22)

Der Ver­gleich un­se­rer heu­ti­gen Si­tu­a­tion mit der Is­ra­els in Ägyp­ten hinkt mei­nes Er­ach­tens nicht. Da­mals wie heu­te sann man auf Me­tho­den zur Vi­ta­li­täts­ein­schrän­kung.

Of­fen men­schen­rechts­wid­ri­ge Me­tho­den sind in mo­der­nen De­mo­kra­tien nicht durch­setz­bar3, al­so wen­de­te man Tricks an, da­mit die Käl­ber sel­ber nach Strick und Schläch­ter ru­fen4.

Di­rek­te Nach­kom­men­schafts­ver­hin­de­rung sind Ab­trei­bung5 und Emp­fäng­nis­ver­hü­tung.

Ab 1970 wur­de die Ab­trei­bung in den mei­sten Län­dern straf­frei er­klärt, in Öster­reich 1975. Was nicht heißt, dass es vor­her kei­ne Ab­trei­bun­gen gab. Da es in Öster­reich - ne­ben Lu­xem­burg und Por­tu­gal - kei­ne ärzt­li­che Mel­de­pflicht von Schwan­ger­schafts­ab­brü­chen ge­ben darf (die Ärz­te wä­ren schon da­für, aber die Po­li­tik ist da­ge­gen), kann man nur schät­zen, dass in Öster­reich 30-55% al­ler Kin­der ab­ge­trie­ben wer­den.

Hor­mo­nel­le Ver­hü­tungs­mit­tel - Pil­le, Spi­ra­le, Dia­phrag­ma - pro­pa­gie­ren Ärz­te flä­chen­de­ckend mit ziem­li­cher In­si­stenz bei ih­ren Pa­tien­tin­nen (die sich dem nur bei ent­spre­chend star­ker Ei­gen­über­zeu­gung ent­zie­hen kön­nen) und ver­schwei­gen da­bei ge­flis­sent­lich de­ren ni­da­tions­hem­men­de - al­so früh­ab­trei­ben­de - Wir­kung.

An nicht-hor­mo­nel­ler Emp­fäng­nis­ver­hü­tung emp­feh­len Ärz­te Ei- bzw. Sa­men­lei­ter­durch­tren­nung (Va­sek­to­mie).

Das Kon­dom hin­ge­gen wird eher von der Po­li­tik als von Ärz­ten pro­pa­giert - es han­delt sich da­bei ja auch nicht um ei­nen me­di­zi­ni­schen Ein­griff.

An in­di­rek­ter Nach­kom­men­schafts­ver­hin­de­rung wur­den in letz­ter Zeit auch Imp­fun­gen6 und or­ga­ni­sier­ter Mord7 be­kannt.
 

3. DIE RE­AK­TION AUF DIE RE­AK­TION

3.1 WAS DIE PÄP­STE DA­ZU SAG­TEN

Pius XI. (1922-1939, Achil­le Rat­ti) schrieb 1930 zum er­sten Mal in der Ge­schich­te ei­ne En­zy­k­li­ka8 zu die­sem The­ma ("Ca­sti con­nu­bii"), das da­mit ein­mal mehr zur "Chef­sa­che" wur­de.

Pius XII. (1939-1958, Eu­ge­nio Pa­cel­li) hielt vie­le An­spra­chen da­zu, oh­ne et­was zu schrei­ben.

Jo­han­nes XXIII. (1958-1963, An­ge­lo Giu­sep­pe Ron­cal­li) be­rief das Zwei­te Va­ti­ka­ni­sche Kon­zil (1962-1965) ein, das sich auch zur Ge­bur­ten­re­ge­lung äu­ßern woll­te. Die Kon­zils­vä­ter konn­ten sich dies­be­züg­lich nicht auf ei­ne Li­nie ei­ni­gen, wes­we­gen sie ei­ne ver­bind­li­che Äu­ße­rung dem spä­te­ren Amts­wal­ten des Pap­stes vor­be­hiel­ten:

Wo es sich um den Aus­gleich zwi­schen ehe­li­cher Lie­be und ver­ant­wort­li­cher Wei­ter­ga­be des Le­bens han­delt, hängt die sitt­li­che Qua­li­tät der Hand­lungs­wei­se nicht al­lein von der gu­ten Ab­sicht und Be­wer­tung der Mo­ti­ve ab, son­dern auch von ob­jek­ti­ven Kri­te­rien, die sich aus dem We­sen der mensch­li­chen Per­son und ih­rer Ak­te er­ge­ben und die so­wohl den vol­len Sinn ge­gen­sei­ti­ger Hin­ga­be als auch den ei­ner wirk­lich hu­ma­nen Zeu­gung in wirk­li­cher Lie­be wah­ren. Das ist nicht mög­lich oh­ne auf­rich­ti­gen Wil­len zur Übung der Tu­gend ehe­li­cher Keusch­heit. Von die­sen Prin­zi­pien her ist es den Kin­dern der Kir­che nicht er­laubt, in der Ge­bur­ten­re­ge­lung We­ge zu be­schrei­ten, die das Lehr­amt in Aus­le­gung des gött­li­chen Ge­set­zes ver­wirft (14).

Anm. 14: ... Be­stimm­te Fra­gen, die noch an­de­rer sorg­fäl­ti­ger Un­ter­su­chun­gen be­dür­fen, sind auf An­ord­nung des Hei­li­gen Va­ters der Kom­mis­sion für das Stu­dium des Be­völ­ke­rungs­wachs­tums, der Fa­mi­lie und der Ge­bur­ten­häu­fig­keit über­ge­ben wor­den, da­mit, nach­dem die­se Kom­mis­sion ih­re Auf­ga­be er­füllt hat, der Papst ei­ne Ent­schei­dung tref­fe. Bei die­sem Stand der Dok­trin des Lehr­am­tes be­ab­sich­tigt das Kon­zil nicht, kon­kre­te Lö­sun­gen un­mit­tel­bar vor­zu­le­gen.
(Pa­sto­ral­kon­sti­tu­tion Gau­dium et Spes über die Kir­che in der Welt von heu­te, Nr. 51)

Paul VI. (1963-1978, Gio­va­nni Bat­ti­sta Mon­ti­ni) ließ das The­ma pro­gramm­ge­mäß stu­die­ren. Ei­ne The­o­lo­gen­grup­pe um Ka­rol Jó­sef Wojty­ła, Erz­bi­schof von Kra­kau und spä­te­rer Papst, un­ter­stütz­te ihn da­bei9 im Sin­ne der Ent­schei­dung, die er dann 1968 traf. Die Mehr­heit der Kom­mis­sions­mit­glie­der war je­doch - wie sich all­mäh­lich he­raus­stell­te - ge­gen die­se Leh­re. Der Papst ent­schied sich den­noch für ei­ne Lehr­kon­ti­nu­i­tät mit Pius XI., wie sie auch die pol­ni­sche The­o­lo­gen­grup­pe ver­trat, und ver­sand­te ein dies­be­züg­li­ches Do­ku­ment ge­heim an al­le Bi­schö­fe der Welt mit der Bit­te um Stel­lung­nah­men. In ih­ren Rück­ant­wor­ten lehn­ten die Bi­schö­fe die Ent­schei­dung des Pap­stes mehr­heit­lich ab. Paul VI. pro­mul­gier­te sie den­noch in sei­ner En­zy­k­li­ka "Hu­ma­nae vi­tae" (1968), ab­ge­kürzt HV.
Anek­do­te am Ran­de: HV blieb sei­ne letz­te En­zy­k­li­ka. Als er kurz vor sei­nem To­de in ei­ner öf­fent­li­chen An­spra­che die Amts­hand­lun­gen sei­nes Pon­ti­fi­ka­tes durch­ging, senk­te er nach der Er­wäh­nung von HV das Blatt und flü­ster­te "Ich hielt zur Wahr­heit, ich hielt zur Wahr­heit" ins Mi­kro­phon.

Jo­han­nes Paul I. (1978, Al­bi­no Lu­cia­ni) war nur 33 Ta­ge im Amt und sag­te als Papst nichts da­zu.
Aus ei­ni­gen sei­ner frü­her als Bi­schof von Vit­to­rio Ve­ne­to und spä­ter als Pa­tri­arch von Ve­ne­dig ge­tä­tig­ten Äu­ße­run­gen kann man schlie­ßen, dass er auf ei­ne Aus­nah­men zu­las­sen­de Re­ge­lung ge­hofft hat­te, HV nach ih­rem Er­schei­nen je­doch vor­be­halt­los ak­zep­tier­te10.

Jo­han­nes Paul II. (1978-2005, Ka­rol Jó­sef Wojty­ła) be­kräf­tig­te kon­se­quen­ter­wei­se die Leh­re von HV, und zwar in sei­nem Apo­sto­li­schen Schrei­ben "Fa­mi­lia­ris Con­sor­tio" und sei­nen jah­re­lan­gen mitt­wöch­li­chen Ka­te­che­sen auf dem Pe­ters­platz. Er präg­te da­rin den Aus­druck "Kul­tur des To­des", der er ei­ne "Kul­tur des Le­bens" ge­gen­über stell­te.

Be­ne­dikt XVI. (ab 2005, Jo­sef Rat­zin­ger) hat die blei­ben­de Gül­tig­keit der Leh­re von HV be­reits mehr­mals be­stä­tigt.
Hat sei­ne Be­mer­kung im Buch von Pe­ter See­wald, dass ein Strich­jun­ge mit Kon­dom ver­ant­wor­tungs­vol­ler hand­le als oh­ne, wirk­lich ei­ne Re­vo­lu­tion vom Zaum ge­bro­chen? Je­den­falls hat sie even­tu­el­le Skru­pel der In­du­strie ver­rin­gert, die nun in Ent­wick­lungs­län­dern auf die durch die UNO an­ge­bo­te­nen Kon­dom-Pa­ckun­gen "mit dem Se­gen des Pap­stes" schrei­ben kann - und da­rum geht es ja in Wirk­lich­keit.
 

3.2 WAS DIE KA­THO­LI­KEN DA­ZU SAG­TEN

3.2.1 Ehe­paa­re

Die Ka­tho­li­ken un­ter­halb des Pap­stes wa­ren mehr­heit­lich ge­gen "Hu­ma­nae Vi­tae". Was im­pli­ziert, dass man­che auch da­für wa­ren. Es gab und gibt Ärz­te, die ihr gan­zes Le­ben lang NFP ("na­tür­li­che Fa­mi­lien­pla­nung") lehr­(t)en11. Es gab und gibt Ehe­paa­re, die mit NFP glück­lich (ge­wor­den) sind. Üb­ri­gens wa­ren an der Ent­wick­lung der Leh­re Pauls VI. auch Ehe­paa­re maß­geb­lich be­tei­ligt.

Sta­ti­stisch ge­se­hen, er­wei­sen sich Ehen, in de­nen NFP prak­ti­ziert wird, um et­wa das Fünf­fa­che sta­bi­ler als sol­che, in de­nen ver­hü­tet wird (auch mei­ne ge­schie­de­nen El­tern ha­ben hor­mo­nell ver­hü­tet).
 

3.2.2 Bi­schö­fe

Die na­tio­na­len Bi­schofs­kon­fe­ren­zen Öster­reichs und Deutsch­lands re­la­ti­vier­ten die Leh­re von HV gleich nach dem Er­schei­nen der En­zy­k­li­ka in­so­fern, als sie sag­ten, dass man auch in der Ehe ver­hü­ten kön­ne, so­lan­ge man nach sei­nem Ge­wis­sen hand­le (Ma­ria­tro­ster Er­klä­rung12, Kö­nig­stei­ner Er­klä­rung13). Bi­schö­fe und Prie­ster, die HV ver­tra­ten und lehr­ten, wa­ren in der Min­der­zahl, aber es gab sie. In der Fol­ge wur­de wahr­schein­lich viel ver­hü­tet - und ab­ge­trie­ben. Man konn­te ja bei­des beich­ten und wur­de ab­sol­viert (üb­ri­gens wird in Öster­reich, zum Un­ter­schied von Po­len, Ver­hü­tung prak­tisch nicht ge­beich­tet).

Der Wie­ner Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born sprach in sei­ner erst acht Mo­na­te spä­ter be­kannt ge­wor­de­nen viel­be­ach­te­ten Re­de im Je­ru­sa­le­mer Abend­mahls­saal (27.3.2008)14 grif­fig von ei­nem drei­ma­li­gen Nein Eu­ro­pas zum Le­ben:

(Ich fin­de es be­acht­lich, dass Schön­born hier aus­drück­lich den Bi­schö­fen Mit­schuld am Be­völ­ke­rungs­schwund Eu­ro­pas gab - das ha­be ich vor­her noch nie und von nie­man­dem ge­hört. Ich schrieb ihm des­halb ei­nen an­er­ken­nen­den Brief und er­hielt von ihm ei­ne freund­li­che Ant­wort.)
 

III. RANG UND GEL­TUNG DIE­SER LEH­RE

... ist, um das vor­weg zu neh­men, ziem­lich hoch. Sie gilt als un­fehl­bar und be­zieht sich auf al­le Men­schen, nicht nur Ka­tho­li­ken. Ich lei­te das wie folgt ab:

For­mal ist HV nicht als un­fehl­bar de­kla­riert - und es ist frag­lich, ob es über­haupt der ka­tho­li­schen Tra­di­tion ent­spricht, Sit­ten­fra­gen als un­fehl­bar zu de­kla­rie­ren, da es da­für kei­nen Prä­ze­denz­fall gibt. Der In­halt von HV be­an­sprucht je­doch Ver­bind­lich­keit und steht in ei­ner un­un­ter­bro­che­nen Lehr­kon­ti­nu­i­tät seit den Zei­ten der Apo­stel - und das zählt für vie­le als Kri­te­rium für die Un­fehl­bar­keit ei­ner Leh­re.

Das Na­tur­recht be­zieht sich auf al­le Men­schen, nicht nur auf Ka­tho­li­ken. Da­her hält die ka­tho­li­sche Kir­che die Leh­re von HV für ei­ne all­ge­mein­mensch­li­che, ver­nunft­ge­mä­ße Leh­re, die für al­le Men­schen die­ser Welt gilt.
 

IV. AB­HIL­FE

In den letz­ten 18 Jah­ren mei­nes Le­bens ge­mach­te Er­fah­run­gen leh­ren mich, dass der be­schrie­be­ne ge­sell­schaft­li­che An­ta­go­nis­mus vor al­lem durch in­ter­kul­tu­rel­le und in­ter­re­li­giö­se Ehe­schlie­ßun­gen ent­spannt wer­den wird. Ich sprach mit So­zio­lo­gen in ver­schie­de­nen Län­dern, die mein­ten, dass eth­ni­sche Span­nun­gen und be­waff­ne­te Kon­flik­te in ei­nem zu eng ge­fass­ten Re­li­gions­ver­ständ­nis grün­den und das Über­le­ben der Mensch­heit von der Über­win­dung ras­si­scher, kul­tu­rel­ler und re­li­giö­ser Bar­rie­ren im Hei­rats­ver­hal­ten ab­hän­gen wird. "Wir müs­sen uns ver­mi­schen, wenn wir über­le­ben wol­len" war der ein­hel­li­ge, viel­leicht et­was naiv-be­gei­ster­te Te­nor die­ser Ge­sprä­che.

Auch die ethisch an­spruchs­vol­le Leh­re von Rev. Dr. Mun Sun Myung und sei­ner Frau Dr. Han Hak Ja, die mes­sia­ni­sche Dien­ste an der Mensch­heit lei­sten, geht in die­selbe Rich­tung15.

Schaf­fen wir das, dann wird die Angst vor ei­ner zu gro­ßen Vi­ta­li­tät der Mensch­heit au­to­ma­tisch ver­ge­hen - weil es nur mehr ei­ne Mensch­heit ge­ben wird, zu der dann je­de/r ge­hö­ren wird ...
 
 

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F U S S N O T E N

1 "Es mag be­grün­de­te Ein­zel­fäl­le ge­ben, et­wa wenn ein Pro­sti­tu­ier­ter ein Kon­dom ver­wen­det, wo dies ein er­ster Schritt zu ei­ner Mo­ra­li­sie­rung sein kann, ein er­stes Stück Ver­ant­wor­tung, um wie­der ein Be­wusst­sein da­für zu ent­wi­ckeln, dass nicht al­les ge­stat­tet ist und man nicht al­les tun kann, was man will. Aber es ist nicht die ei­gent­li­che Art, dem Übel der HIV-In­fek­tion bei­zu­kom­men. Die­se muss wirk­lich in der Ver­mensch­li­chung der Se­xu­a­li­tät lie­gen" (Licht der Welt. Der Papst, die Kir­che und die Zei­chen der Zeit. Ein Ge­spräch mit Pe­ter See­wald, Her­der Ver­lag, Frei­burg im Breis­gau, 2010, 146).
Dass bei die­ser Be­mer­kung die Aus­sicht Pa­te stand, das Buch ins Ge­spräch zu brin­gen und bes­ser zu ver­kau­fen, soll nicht a prio­ri be­strit­ten wer­den.

2 Eher Haar­riss in der Be­ton­mau­er als Damm­bruch: Die Pres­se 27.11.2010 17:58 http://diepresse.com/home/meinung/cultureclash/613870/Eher-Haarriss-in-der-Betonmauer-als-Dammbruch?_vl_backlink=/home/meinung/cultureclash/index.do

3 Nicht-de­mo­kra­ti­sche Re­gimes kön­nen na­tür­lich leich­ter Maß­nah­men er­grei­fen, die die Rech­te ih­rer Bür­ger ver­let­zen. So setz­te bei­spiels­wei­se Chi­na sei­ne Ein-Kind-Po­li­tik auch mit Zwangs­ab­trei­bun­gen durch.

4 "Der Fe­mi­nis­mus ist un­se­re Er­fin­dung aus zwei Grün­den. Vor­her zahl­te nur die Hälf­te der Be­völ­ke­rung Steu­ern, jetzt fast al­le, weil die Frau­en ar­bei­ten ge­hen. Au­ßer­dem wur­de da­mit die Fa­mi­lie zer­stört, und wir ha­ben da­durch die Macht über die Kin­der er­hal­ten. Sie sind un­ter un­se­rer Kon­trol­le mit un­se­ren Me­dien und be­kom­men un­se­re Bot­schaft ein­ge­trich­tert, ste­hen nicht mehr un­ter dem Ein­fluss der in­tak­ten Fa­mi­lie. In­dem wir die Frau­en ge­gen die Män­ner auf­het­zen und die Part­ner­schaft und die Ge­mein­schaft der Fa­mi­lie zer­stö­ren, ha­ben wir ei­ne ka­put­te Ge­sell­schaft aus Ego­i­sten ge­schaf­fen, die ar­bei­ten (für die an­geb­li­che Kar­rie­re), kon­su­mie­ren (Mo­de, Schön­heit, Mar­ken), da­durch un­se­re Skla­ven sind und es dann auch noch gut fin­den."
(So zi­tier­te Aa­ron Rus­so in ei­nem In­ter­view kurz vor sei­nem Tod sei­nen - wie er be­ton­te: frü­he­ren - Freund Ni­cho­las Ro­cke­fe­ller)

5 Die Be­rich­te der rö­mi­schen Ver­wal­ter im er­sten Jahr­hun­dert be­ton­ten öf­ters, dass Chri­sten nicht ab­trie­ben.

6 Laut der von der na­tio­na­len He­bam­men­ver­ei­ni­gung der USA ge­führ­ten und dem US-Ge­sund­heits­mi­ni­ste­rium vor­lie­gen­den Li­ste der Fehl­ge­bur­ten ver­lo­ren ge­gen die Neue Grip­pe Ge­impf­te sie­ben Mal so häu­fig ihr Kind wie nicht Ge­impf­te.

7 - Im­mer mehr Stu­dien be­le­gen, dass von in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen auf­ge­stell­te Ter­ror­grup­pen Blut­bä­der un­ter Zi­vi­li­sten an­rich­ten und an­de­ren in die Schu­he schie­ben. Sie er­zeu­gen da­mit im Volk den Ruf nach ei­nem ef­fek­ti­ve­ren Si­cher­heits­netz, das sie prompt lie­fern und da­mit auch schon al­le in des­sen Ma­schen ge­fan­gen ha­ben ...
 - We­nig do­ku­men­tiert ist das Aus­ster­ben in­di­ge­ner nord­ame­ri­ka­ni­scher Dör­fer, de­ren ge­sam­ten Ein­woh­ner­be­stand man ge­impft hat­te. Das ka­na­di­sche Ge­setz ver­pflich­tet die in­di­ge­ne Be­völ­ke­rung, von der Re­gie­rung an­ge­ord­ne­te Ge­sund­heits­maß­nah­men über sich er­ge­hen zu las­sen.
Lie­be Ka­na­dier, so wer­det ihr Be­fürch­tun­gen, der Na­me "Ka­na­da" wer­de ir­gend­wann wahr wer­den, nicht zer­streu­en kön­nen. "Ka­na­da" kommt vom spa­ni­schen "acá na­da" = "hier ist nichts". Aber auch im Wie­ner Dia­lekt heißt "ka­na-da": "es ist nie­mand (mehr) hier".

8 "Lit­te­ra En­cy­c­li­ca" (lat.) wört­lich: Brief, der al­le ein­schließt; sinn­ge­mäß: Rund­brief an die (Kir­che in der) gan­ze(n) Welt

9 Sie­he da­zu das so­ge­nann­te Kra­kau­er Me­mo­ran­dum aus dem Jah­re 1966 http://www.stjosef.at/dokumente/krakauer_memorandum.htm.

10 Sie­he da­zu et­wa AL­LEN John L. Jr., Pope John Paul I and the pill: THE NA­TIO­NAL CA­THO­LIC RE­POR­TER Sep­tem­ber 5, 2003 Vol. 3, No. 2 (http://www.nationalcatholicreporter.org/word/word090503.htm), bzw. das ita­lie­ni­sche Ori­gi­nal von Lu­cia­nis Re­de: AC­CAT­TO­LI Lui­gi, Pa­pa Lu­cia­ni, quel "sì" al­la pil­lo­la: Cor­rie­re del­la Se­ra 28.1.1995, 14 http://archiviostorico.corriere.it/1995/gennaio/28/Papa_Luciani_quel_alla_pillola_co_0_9501287822.shtml:
"Von al­len Fra­gen, die je­mals von der Kir­che zu be­han­deln wa­ren, ist die­se Fra­ge die wich­tig­ste", mein­te Lu­cia­ni. "Zur Zeit des Arius und Ne­sto­rius de­bat­tier­te man über die zwei Na­tu­ren in Chri­stus. Das war auch ei­ne wich­ti­ge Fra­ge, aber sie wur­de nur von der Kir­chen­lei­tung ver­stan­den, den Bi­schö­fen und The­o­lo­gen, wäh­rend die ein­fa­chen Leu­te nichts da­von ver­stan­den und sag­ten: 'Ich be­te Je­sus Chri­stus an, den Herrn, der mich er­löst hat.' Und da­mit hat­te es sich, da­bei gab es kei­ne Ge­fahr.
Aber hier ha­ben wir es mit ei­ner Fra­ge zu tun, die nicht mehr die Kir­chen­lei­tung be­trifft, son­dern die gan­ze Kir­che, all die jun­gen Fa­mi­lien, die jun­gen christ­li­chen Fa­mi­lien. Die­se Fra­ge ist wirk­lich der zen­tra­le Punkt, der ge­ra­de noch stu­diert wird ..."
"Hof­fen wir, dass der Papst ein be­frei­en­des Wort spre­chen kann."
"Ich ver­si­che­re euch, dass die Bi­schö­fe sehr er­leich­tert wä­ren, wenn sie ei­ne Leh­re fän­den, die Ver­hü­tungs­mit­tel un­ter be­stimm­ten Be­din­gun­gen er­laub­te. (...) Gä­be es auch nur ei­ne un­ter tau­send Mög­lich­kei­ten, wir müss­ten sie fin­den."
Und nach der Pro­mul­ga­tion von HV:
"Ich ge­be zu, dass ich mir ins­ge­heim wünsch­te, man hät­te die vie­len Pro­ble­me über­win­den kön­nen und die Ant­wort des Mei­sters - er spricht ja mit ei­nem be­son­de­ren Cha­ris­ma und im Na­men des Herrn - we­nig­stens teil­wei­se mit den Hoff­nun­gen vie­ler Ehe­leu­te zu­sam­men­ge­fal­len wä­re ..."

11 Sie­he da­zu den Be­richt des Arz­tes Dr. Re­né Bul­lecer, der mit sei­nem von der phi­lip­pi­ni­schen Bi­schofs­kon­fe­renz ge­spon­ser­ten Pro­gramm "AIDS-freie Phi­lip­pi­nen" er­reich­te, dass seit 1984 nur 590 Men­schen des 96-Mil­lio­nen-Lan­des an AIDS star­ben: http://www.hli.org/index.php/component/content/article/1/916-world-prayer-congress-for-life-v-dr-rene-bullecer Für Ugan­da sie­he: SINGH Su­shee­la / DAR­ROCH Ja­cque­line E. / BAN­KO­LE Akin­ri­no­la, A, B and C in Ugan­da: The Roles of Ab­sti­nence, Mo­no­ga­my and Con­dom Use in HIV De­cline (PDF-For­mat), Oc­ca­sio­nal Re­port No. 9, THE ALAN GUTT­MA­CHER IN­STI­TUTE, New York - Wa­shing­ton, De­cem­ber 2003: http://www.guttmacherinstitute.net/pubs/or_abc03.pdf.
In Öster­reich war Dr. Jo­sef Röt­zer mit sei­ner symp­to­ther­ma­len Me­tho­de bahn­bre­chend.

12 http://www.stjosef.at/dokumente/oesterreichische_bischofserklaerungen_humanae_vitae.htm

13 http://www.kathpedia.com/index.php?title=K%C3%B6nigsteiner_Erkl%C3%A4rung_(Wortlaut)

14 http://www.erzdioezese-wien.at/edw/erzbischof/predigten/30/articles/2008/10/16/a15468/

15 Sie­he da­zu et­wa die Ab­schnit­te über "In­ter­kul­tu­rel­le Ehe­schlie­ßung" in den 2006 und 2007 öf­fent­lich ge­hal­te­nen zwölf Frie­dens­an­spra­chen (PDF-For­mat): http://www.weltfamilie.at/Anspr/Friedensbotschaften1-12.pdf.