A) EIN­LEI­TUNG

Der Leo­polds­berg1 ist mein Haus­berg seit Kind­heits­ta­gen. Von klein auf streb­ten wir auf dem er­di­gen "Wald­bach­steig", dem ge­teer­ten "Na­sen­weg" oder gar der Di­ret­tis­si­ma durch un­weg­sa­mes Ge­län­de auf vie­len "Ab­kür­zun­gen" sei­nem Gip­fel zu.

Ich er­stei­ge ihn seit Jah­ren in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den. Das wirkt po­si­tiv auf mich. Ich denke dann kla­rer und mein Kör­per­ge­fühl kehrt zu­rück.

Man­che Hü­gel, die man seit Men­schen­ge­den­ken für Auf­fal­tun­gen der Erd­kru­ste hält, hin­ge­wor­fen von der ab­sichts­lo­sen Groß­zü­gig­keit der Na­tur, stell­ten sich je­doch als Py­ra­mi­den he­raus, als künst­li­che Bau­wer­ke, die als sol­che von Men­schen ge­plant wor­den sein müs­sen.
- So war das in Vi­so­ko in Bos­nien, wo Se­mir Os­ma­na­gic ei­nen Kom­plex von fünf als Ber­ge ge­tarn­ten Py­ra­mi­den ent­deck­te2, de­ren größ­te noch grö­ßer und äl­ter ist als die Cheops-Py­ra­mi­de auf dem Gi­zeh-Pla­teau in Ägyp­ten.
- So war das in Mit­tel­ame­ri­ka3.
- So auch in Chi­na4.
- So auf Ja­wa, der Haupt­in­sel In­do­ne­siens, wo sich ein Hü­gel als die 5000 Jah­re al­te Py­ra­mi­de La­la­kon he­raus­stell­te - 2007 bis 2009 un­ter­sucht durch die Tu­rang­ga Se­ta Stif­tung5.
So könn­te es auch im Gro­ßen Bo­den­berg bei Hei­li­gen­kreuz im Wie­ner­wald sein.
Und so eben auch im Leo­polds­berg am Do­nau­ein­gang in Wien von mir für mög­lich ge­hal­ten.

Was nun folgt, ist rei­ne Hy­po­the­se. Ich bin we­der über­zeugt noch in­te­res­siert da­ran, dass sie stimmt. Aber es könn­te man­ches da­für spre­chen.

Ich ha­be mir die äu­ße­re Form mei­nes Haus­bergs auf ei­ne mög­li­che py­ra­mi­da­le Iden­ti­tät hin an­ge­se­hen. An Gra­bun­gen den­ke ich einst­wei­len nicht.

Von der Do­nau aus ge­se­hen, lässt der Leo­polds­berg an ei­ne et­wa 250 Me­ter hohe Py­ra­mi­de mit qua­dra­ti­schem Grund­riss den­ken, auf de­ren ab­ge­flach­ter Spit­ze sich die vom Ba­ben­ber­ger Leo­pold III. (1073-1136) zir­ka um 1130 be­zo­ge­ne Burg be­fin­det. Die klei­ne ba­ro­cke Kir­che stammt aus dem Jahr 1679, ihr heu­ti­ges Aus­se­hen er­hielt sie 1720. Der recht­ecki­ge So­ckel, der den gan­zen Burg­kom­plex trägt, muss ziem­lich mas­siv sein. Die Rö­mer sol­len hier schon in vor­christ­li­cher Zeit ei­ne Burg er­rich­tet ha­ben.

Be­sie­de­lungs­spu­ren sol­len bis 1300 Jah­re vor un­se­re Zeit­rech­nung zu­rück­rei­chen.
 

B) DIE AR­GU­MEN­TE

Was spricht für ei­ne als Leo­polds­berg ge­tarn­te Py­ra­mi­de?

1. Die Exi­stenz zwei­er recht­win­ke­li­ger nach un­ten ver­lau­fen­der Kan­ten
Von der Berg­spit­ze aus ver­lau­fen zwei Kan­ten nach un­ten. Sie wir­ken wie die bei­den vor­de­ren Kan­ten ei­ner vier­sei­ti­gen Py­ra­mi­de. Die durch sie ein­ge­grenz­ten Berg­hän­ge ste­hen im Win­kel von 90° zu­ei­nan­der (sie­he die Fo­to-Do­ku­men­ta­tion un­ten).
Die hin­te­ren bei­den Kan­ten konn­te ich bis­her nicht aus­ma­chen. Sie lie­gen, falls exi­stent, un­ter der nord­west­li­chen Berg­ober­flä­che ver­bor­gen.

2. Die Ge­rad­li­nig­keit der bei­den Kan­ten
Die Kan­ten ver­lau­fen in ei­ner ge­ra­den Li­nie von der Spit­ze schräg hi­nun­ter bis zum Berg­fuss.

3. Die Sym­me­trie der bei­den Kan­ten
Die Ka­nten lie­gen sym­me­trisch zu­ei­nan­der, mit der Berg­spit­ze als Sym­me­trie­zen­trum.

4. Die waag­rech­te Kan­te
An­ders als bei der Cheops-Py­ra­mi­de wird der Nei­gungs­win­kel der Py­ra­mi­den­flä­chen et­wa in der See­hö­he von 300m fla­cher. Die waag­rech­te Kan­te zwi­schen den fla­che­ren und stei­le­ren Py­ra­mi­den­flä­chen ist mit frei­em Au­ge aus­zu­ma­chen. Ich konn­te sie in ei­ni­ge Fo­tos ein­zeich­nen.

5. Die Flach­heit der zwi­schen den bei­den Kan­ten lie­gen­den Berg­flä­chen
Die Berg­flä­chen zwi­schen den bei­den Kan­ten sind kom­plett flach und ste­hen in ei­nem Win­kel von 90° von­ei­nan­der - ganz so, wie es bei ei­ner Py­ra­mi­de mit vier­ecki­gem Grund­riss sein muss.

6. Die künst­li­che Auf­for­stung der Berg­hän­ge
Ich weiß nicht, seit wann ge­nau der Leo­polds­berg auf­ge­for­stet wird.
Bis 1693 hieß er ja nicht Leo­polds­berg, son­dern Kah­len­berg, und der heu­ti­ge Kah­len­berg hieß da­mals Sau­berg. Was war der Grund für die Um­be­nen­nung der Ber­ge? 1485 sprach Papst In­no­zenz VIII. (1484-1492) den Ba­ben­ber­ger Leo­pold III. hei­lig. Die Habs­bur­ger be­scher­ten sich da­mit auf­grund Leo­polds III. Po­pu­la­ri­tät im Volk selbst ei­nen Be­liebt­heits­zu­wachs. Die Er­ste Tür­ken­be­la­ge­rung ver­wü­ste­te 1529 die Burg am da­ma­li­gen Kah­len­berg wie auch die da­zu­ge­hö­ren­de dem hei­li­gen Georg ge­weih­te Ka­pel­le. 1679 ließ Kai­ser Leo­pold I. dort ei­ne neue Kir­che er­rich­ten, dies­mal Leo­pold, dem schon nicht mehr ganz so neu­en Hei­li­gen, ge­weiht, und man hat­te ei­nen An­lass da­für, den Berg nach dem Kir­chen­pa­tron um­zu­be­nen­nen. Den frei ge­wor­de­nen Na­men "Kah­len­berg" über­trug man auf den Saub­erg.
Die Ge­schichts­schrei­bung des Mit­tel­al­ters kennt den Leo­polds­berg als "kahl" im ur­sprüng­li­chen Sin­ne von ve­ge­ta­tions­los. Ei­ne Ur­kun­de sprach vom Chalwen­perg, ei­ne an­de­re vom mons cal­vus - und das la­tei­ni­sche Ad­jek­tiv cal­vus heißt ja kahl oder glatz­köp­fig.6 Sie be­schrei­ben ei­nen Berg oh­ne Pflan­zen. Erst die Auf­for­stung brach­te ihn in sei­nen heu­ti­gen be­wal­de­ten Zu­stand.
Die Ve­ge­ta­tions­lo­sig­keit des Ber­ges darf als wei­te­res In­diz gel­ten, da Py­ra­mi­den in der Re­gel aus glat­ten, ve­ge­ta­tions­lo­sen Flä­chen be­ste­hen.

So­weit der ak­tu­el­le Stand mei­ner Ar­gu­men­te.
 

C) FO­TOS UND BIL­DER VOM GAN­ZEN LEO­POLDS­BERG, DIE DEUT­LICH DIE KAN­TEN UND FLÄ­CHEN EI­NER PY­RA­MI­DE ZEI­GEN

Schau­en wir uns nun die sie un­ter­mau­ern­den Fo­tos an. Ich ge­he da­von aus, dass noch nie­mand die­se The­se ernst­haft er­wo­gen hat. Die in Me­dien vor­find­ba­ren und he­ran­zieh­ba­ren Da­ten sind da­her frei von In­te­res­se in die ei­ne oder an­de­re Rich­tung.

Die gel­ben Mar­kie­run­gen sind von mir mit der Hand ge­zeich­net und nicht kon­stru­iert. Das Fo­to7 zeigt deut­lich die Kan­te an der Ost­sei­te des Ber­ges:

Wikipedia, Seite "Leopoldsberg"
Wikipedia, Seite "Leopoldsberg"

das gleiche Foto mit markierter Kante
das gleiche Foto mit markierter Kante

Das fol­gen­de Fo­to von Ge­rald Trum­ler zeigt schön die bei­den Py­ra­mi­den­kan­ten so­wie die ho­ri­zon­ta­le Kan­te:

Trumler
Foto von Gerald Trumler. Das linke Bild markiert die beiden Kanten, die auch im rechten Bild gut sichtbar sind.

Hier zwei Fo­tos, die et­wa aus dem glei­chen Win­kel auf­ge­nom­men wur­den und die Flach­heit der Py­ra­mi­den­flä­chen zei­gen:

Kahlenbergdorf Bahngeleise
Links: vom Kahlenbergerdorf aus aufgenommen; rechts: von jenseits der Bahngeleise aus aufgenommen

Markierungen im Winkel
Die gleichen beiden Fotos mit markierten Kanten. Das rechte Foto zeigt schön den rechten Winkel,
in dem die beiden Pyramidenseiten (die südseitige und die ostseitige) zueinander stehen.

Das fol­gen­de Ge­mäl­de aus dem 19. Jahr­hun­dert zeigt das Glei­che noch deut­li­cher. Die öst­li­che Kan­te ver­bin­det im 90°-Win­kel die nord­öst­li­che (der Do­nau zu­ge­wan­dte) und süd­öst­li­che Py­ra­mi­den­flä­che mit­ei­nan­der:

Gemaelde auf Ansichtskarte
Kahlenberg und Leopoldsberg als Gemälde auf einer alter Ansichtskarte. Die Kante braucht nicht markiert zu werden,
da sie und die beiden ebenflächigen Pyramidenseiten gut sichtbar sind.

Goog­le Maps zeigt den Leo­polds­berg (rechts) und den Kah­len­berg (links) vom Sa­tel­li­ten aus ge­se­hen. Die Schat­ten, die vom Wet­ter und vom Son­nen­stand ab­hän­gen, las­sen den Kan­ten­ver­lauf er­ah­nen:

Google Maps
Leopoldsberg und Kahlenberg vom Satelliten aus fotografiert (Quelle: Google Maps)

Google Maps
dsa gleiche Foto mit markierten Kanten

Zajicek
Gemälde von Zaijcek     
mit deutlich sichtbarer Kante
und Pyramidenflächen    
im rechten Winkel       

Ge­mälde aus dem 19. und 20. Jahr­hun­dert zei­gen klar die Kan­ten, oh­ne dass de­ren Ma­ler da­bei an ei­ne Py­ra­mi­de ge­dacht hät­ten. So beim Werk des Wie­ners Carl Wen­zel Za­ji­cek (1860-1923) hier rechts. Un­ten ei­nes oh­ne An­ga­be des Künst­lers (In­ter­net-Ein­stell­da­tum: 2011-02-26 11:53).

Gemaelde1800

Die­se Fo­to­gra­fie aus dem 19. Jahr­hun­dert zeigt klar die Kan­te und ei­nen schüt­te­ren Wald­be­wuchs:

Postkarte1800
eine Postkarte um 1900

Im Win­ter wirkt die Laub­be­wal­dung auf­grund des ab­ge­fal­le­nen Lau­bes schüt­te­rer (Auf­nah­me rechts):
 

Leopoldsberg im Winter
eine Aufnahme des Leopoldsberges im Winter, die die Flachheit der östlichen Pyramidenseite schön zeigt

D) DE­TAIL-FO­TOS VON DER ÖST­LI­CHEN KAN­TE

Die öst­li­che Kan­te ent­hält ei­ne et­wa 40 Me­ter lan­ge durch Re­gen frei­ge­wa­sche­ne Rin­ne. Man kann sie auf­grund ih­rer hel­len Fär­bung schon aus be­trächt­li­cher Ent­fer­nung deut­lich von ih­rer grü­nen Um­ge­bung un­ter­schei­den. Sie ist auf fast al­len wei­ter oben auf die­ser Seite zu se­hen­den Fo­tos und Ab­bil­dun­gen als hel­ler Strich er­kenn­bar. Die­se Rin­ne ent­hält "Ge­stein", dass auf­grund sei­ner re­gel­mä­ßi­gen Form und sei­ner Fär­bung stark an Ge­mäu­er er­in­nert. Hier ei­ne von mir selbst auf­ge­nom­me­ne Fo­to­se­rie:

Gemaeuer am Rinneneinstieg
Gemäuer (?) am Einstieg in die Rinne

Kachelung beim Rinneneinstieg
Kachelung (?) in der Nähe des Rinneneinstiegs

Gesteinsschichten
künst­lich oder na­tür­lich ge­schich­te­tes Ge­stein?

gesamte Rinne von unten
die ge­sam­te Rin­ne von un­ten aus be­trach­tet

Rinne nach oben von weiter oben
von wei­ter oben die Rin­ne hi­nauf ge­blickt

Rinne nach oben von der Mitte
der obe­re Teil der Rin­ne, et­wa vom mitt­le­ren Teil aus be­trach­tet

kachelartig angeordnete Steine
ka­chel­ar­tig an­ge­ord­ne­te Stei­ne

Steine mit rechten Winkeln
ei­ne wei­te­re wie mit dem Li­ne­al ge­zo­ge­ne Ge­steins­schicht mit vie­len rech­ten Win­keln

gefraester Stein
De­tail da­raus: qua­der­för­mi­ger Zu­schnitt (Frä­sung) ei­nes Steins?

rechteckig angeordnete Steine
wei­te­re An­sicht der glei­chen Ge­steins­schicht mit recht­eckig an­ge­ord­ne­ten Stei­nen
 
 

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F U S S N O T E N

1 425 Meter hoch, gilt er als öst­lich­ster Aus­läu­fer des Wie­ner­wal­des an der Do­nau und bil­det ge­mein­sam mit dem auf der an­de­ren Sei­te der Do­nau ge­le­ge­nen Bi­sam­berg die so­ge­nann­te Wie­ner Pfor­te, den Ein­tritt der Do­nau in das Wie­ner Be­cken.

2 Der bos­ni­sche Bau­mei­ster mit Fir­ma in den USA ent­deck­te die fünf Py­ra­mi­den auf ih­re re­gel­mä­ßi­gen Kon­tu­ren deut­lich her­vor­tre­ten las­sen­den Luft­auf­nah­men. Er be­nann­te sie nach der Son­ne, dem Mond, der Er­de, dem bos­ni­schen Dra­chen und der Lie­be. Er führ­te und führt mit Frei­wil­li­gen um­fang­rei­che Aus­gra­bungs­ar­bei­ten durch und be­rich­tet aus­führ­lich über die Fort­schrit­te.

3 Es han­delt sich um die Py­ra­mi­de von Cho­lu­la auf 2175m See­hö­he bei Pu­ebla in Me­xi­ko.

4 Bei der Mil­lio­nen­stadt Xi'an, Haupt­stadt der chi­ne­si­schen Pro­vinz Shaanxi und Aus­gangs­punkt der an­ti­ken Sei­den­stra­ße, be­fin­den sich et­wa 100 Hü­gel, de­ren of­fi­zi­ell nicht be­stä­tig­te Iden­ti­tät als Py­ra­mi­den man­che Ex­per­ten auf­grund ih­rer Form als ge­ge­ben an­neh­men.

5 Die Faram Stif­tung be­schreibt die Ver­ständ­nis­grund­la­gen (http://www.thefaramfoundation.com/indonesianpyramids.htm) und die Tu­rung­ga Se­ta Stif­tung be­rich­tet über die Er­for­schung (https://ahmadsamantho.files.wordpress.com/2011/04/ts_lalakons_pyramid_-_review_march_2011_-_eng.pdf).

6 "Der Kah­len­berg ist als Chal­wen­berg, mons com­ma­gen­sis, schon um das Jahr 985-994 ur­kund­lich ver­schrie­ben": PICH­LER Fritz, Ber­ge, Bü­hel und Pich­ler in den öster­rei­chi­schen Al­pen: Zeit­schrift für öster­rei­chi­sche Volks­kun­de, III. Jahr­gang 1897, mit drei Ta­feln und 111 Text­ab­bil­dun­gen, 135

7 https://de.wikipedia.org/wiki/Leopoldsberg