1. Die Einladung   -   2. Der Vortrag

 
 
1. DIE EIN­LA­DUNG:

Liebe Al­le,

seit ei­ni­gen Jah­ren hin­ter­frage ich mäch­ti­ge The­men und do­mi­nie­ren­de Ge­dan­ken - zur Er­hö­hung mei­nes Frei­heits­po­ten­zials. Ei­nes die­ser mäch­ti­gen The­men ist der Staat. Schon lan­ge woll­te ich mich mit an­de­ren da­rüber un­ter­hal­ten. Kom­men­den Sams­tag wird dies Wirk­lich­keit.

Al­le, die es in­te­res­siert, sind herz­lich ein­ge­la­den zum The­men­abend "Was ist der Staat?".
 

A) Wo­rum es ge­hen wird

Ich ge­he aus von fol­gen­den ge­gen­sätz­lich er­schei­nen­den Phä­no­me­nen:

1) Tie­re wie Na­tur­völ­ker kom­men oh­ne Staat aus und or­ga­ni­sie­ren sich den­noch per­fekt.
  a) Bei­spiel Tier­welt: Zug­vö­gel be­mer­ken die Staats­gren­zen nicht, die sie über­flie­gen. Sie brau­chen aber auch kei­ne Land­kar­ten, um nach tau­sen­den Flug­ki­lo­me­tern, ge­lei­tet vom Mag­net­feld der Er­de, zu­rück in ihr Nest zu fin­den. Bie­nen und Amei­sen le­ben in kom­ple­xen Ge­sell­schaf­ten, brau­chen da­für aber kei­ne Ver­fas­sung. Sie fol­gen ei­nem un­sicht­ba­ren Ge­setz, für des­sen Wahr­neh­mung und Er­fül­lung ih­re Sin­ne völ­lig aus­rei­chen. Mit ei­nem Staat könn­ten sie nichts an­fan­gen, ge­nau­so­we­nig mit Geld.
  b) Bei­spiel Mensch: Die au­stra­li­schen Ab­ori­gi­nes pfle­gen ein Grup­pen­le­ben, bei dem je­de/r sei­ne un­aus­wech­sel­ba­re Po­si­tion und Ver­ant­wor­tung in­ne­hat. Hei­lung kran­ker oder ver­letz­ter Mit­glie­der bin­nen Mi­nu­ten durch ge­mein­sa­me Kon­zen­tra­tion ist viel­fach do­ku­men­tiert, selbst Kno­chen­brü­che. Was bräch­te ih­nen ei­ne Kran­ken­ver­si­che­rung?

2) Staats­orien­tie­rung
  a) Im Ge­gen­satz zu 1) orien­tie­ren sich vie­le Men­schen stark an dem Ding "Staat". Man­che kön­nen sich ein Le­ben oh­ne ihn gar nicht vor­stel­len. Sie lo­ben die Vor­tei­le, die der Staat bringt, ar­bei­ten viel­leicht für ihn, ge­ben ihm aber auch die Schuld für Un­ge­rech­tig­kei­ten in der Ge­sell­schaft und he­gen über­trie­be­ne Er­war­tun­gen an sei­ne Or­ga­ne.
  b) Ih­nen ge­gen­über ste­hen Men­schen, die dem Staat das Recht über ihr Le­ben be­wusst ab­spre­chen. Wohl­be­grün­det und ju­ri­stisch ein­wand­frei. Sie er­klä­ren sich für (ver­trags-)un­ab­hän­gig ge­gen­über dem Staat, be­zah­len we­der Steu­ern noch So­zial­ver­si­che­rung, ver­zich­ten auf Kran­ken­kas­se und Pen­sion und hal­ten sich den­noch rech­tens auf ih­rem Land auf.

3) Rück­griff auf Trans­zen­denz
Für oder ge­gen den Staat zu sein än­dert nichts am Staat als sol­chem. Ich brauch­te da­her un­ab­hän­gi­ge Primär-In­for­ma­tio­nen, die das We­sen des Staa­tes klä­ren. Tat­säch­lich er­reich­ten sie mich ei­nes Ta­ges durch Zu­fall. Sie sind aber nicht so leicht zu kom­mu­ni­zie­ren. Wir müs­sen uns da­für mit dem Um­stand an­freun­den, dass der Staat ei­ne he­te­ro­ge­ne Grö­ße ist. He­te­ro­gen meint in mei­nem Sprach­ge­brauch: sei­nen Ur­sprung in et­was an­de­rem als sich sel­ber ha­ben, aus et­was an­de­rem ent­stan­den sein. Die Ant­wort auf die Fra­ge "Was ist der Staat?" wird da­her nicht durch ein Stu­dium des Staa­tes - sei­nes Er­schei­nungs­bil­des, sei­ner Ver­tre­ter, sei­ner Theo­rie - ge­fun­den wer­den kön­nen, son­dern an­ders­wo. Oh­ne Rück­griff auf Trans­zen­denz hät­te ich sie nicht fin­den kön­nen.

4) Fa­zit
Das Er­geb­nis ist viel­ver­spre­chend. Es er­mu­tigt, durch Hin­ter­fra­gen den ei­ge­nen Zu­gang zur Trans­zen­denz zu fin­den.
 

B) Wo­rum es nicht ge­hen wird

  1. Na­tion: Wäre ein ei­ge­nes The­ma. Ei­ne Na­tion ist ein Stam­mes­ver­band.
  2. Volk: Wä­re ein ei­ge­nes The­ma. Volk kommt vom Verb "fol­gen", ist ein Sam­mel­be­griff für Men­schen, aber auch ein zen­tra­ler ju­ri­sti­scher Ter­mi­nus.
  3. Po­li­tik: Wä­re ein ei­ge­nes The­ma. Po­li­tik ist die Kunst, die "Vie­len" (griech.: po­lý) zu or­ga­ni­sie­ren.

Wir freu­en uns auf zahl­rei­ches Er­schei­nen.

LG Martin
 
 

2. DER VOR­TRAG
 

             I N H A L T
Die Ein­la­dung
Die Auf­ga­be
A) Ety­mo­lo­gie von "Staat"
B) Das Trans­port­we­sen
C) Wer be­stimmt, wel­che Staa­ten
    auf die Land­kar­te kom­men?
D) Die bei­den Rechts­ty­pen Ge-
    wohn­heits­recht und Han­dels­recht
   1. Ge­wohn­heits­recht
   2. Han­dels­recht
E) Ein­schnei­den­de recht­li­che Än­de-
    run­gen in den letz­ten Jahr-
    hun­der­ten
   1. 1938 Bank­rott der USA
   2. 1789 Fran­zö­si­sche Re­vo­lu­tion
   3. 1666 "Ce­stui qui vie"-Act
   4. 1302 Bul­le "Unam sanc­tam
       ca­tho­li­cam"
F) Die "Per­son": Be­griff und Er-
    schaf­fung
   a) Be­griff
   b) Er­schaf­fung
      1. Klas­si­fi­zie­rung
      2. In­di­vi­du­a­li­sie­rung
      3. Num­me­rie­rung
      4. Mo­ne­ta­ri­sie­rung
   c) Kri­tik
G) Der Sinn des Staa­tes: Trans­port
    und Wert­schöp­fung
Ap­pen­dix: Was sind die USA?
 

 
Die Auf­ga­be
Am Sams­tag, den 30. De­zem­ber 2017, spra­chen wir mit un­se­ren Gä­sten in un­se­rer Woh­nung über das The­ma "Was ist der Staat?".
Von der ak­tu­ell er­leb­ten Re­a­li­tät heu­ti­ger Ver­wal­tungs­staa­ten war zu­rück­zu­ge­hen zu den me­ta­phy­si­schen Quel­len mensch­li­cher Exi­stenz, um von dort her das Ge­bil­de na­mens Staat zu be­leuch­ten. Da­für glie­der­te sich mein Vor­trag in fol­gen­de Sta­tio­nen:
  A) Ety­mo­lo­gie von "Staat"
  B) Das Trans­port­we­sen
  C) Wer be­stimmt, wel­che Staa­ten auf die Land­kar­te kom­men?
  D) Die bei­den Rechts­ty­pen Han­dels­recht und Ge­wohn­heits­recht
  E) Ein­schnei­den­de recht­li­che Än­de­run­gen in den letz­ten Jahr­hun­der­ten
  F) Die "Per­son": Be­griff, Er­schaf­fung und Kri­tik
  G) Der Sinn des Staa­tes: Trans­port und Wert­schöp­fung
  Ap­pen­dix: Was sind die USA?
 

A) Ety­mo­lo­gie von "Staat"

"Staat" kommt vom la­tei­ni­schen No­men sta­tus, -us m., wel­ches sei­ner­seits vom Verb sto, sta­re, ste­ti, sta­tum ( = ste­hen) ab­stammt und "Zu­stand" be­deu­tet. Auf das eng­li­sche Vo­ka­bel state, das je nach Kon­text ent­we­der Staat oder Zu­stand heißt, wür­de die­se Her­lei­tung je­den­falls pas­sen.

Wo­von ist der Staat der Zu­stand?

Vom Trans­port­we­sen.1 Der Staat ist der "Zu­stand" des lo­ka­len Trans­port­we­sens. Vom glo­ba­len Trans­port­we­sen her ent­wi­ckelt, ist er des­sen lo­ka­le Ge­währ­lei­stung. Er un­ter­hält die In­fra­struk­tur, or­ga­ni­siert die Ar­beit und si­chert die Sta­bi­li­tät der Fracht­ge­büh­ren. Zu star­ke Ta­rif- oder Wäh­rungs­schwan­kun­gen lähm­ten den Trans­port, weil Han­dels­part­ner oh­ne vor­her­seh­ba­re Prei­se ih­re ein­mal ge­schlos­se­nen Ver­trä­ge nicht ein­hal­ten könn­ten. Wäh­rungs­sta­bi­li­tät ist da­her das Um und Auf des Trans­port­we­sens.2
 

B) Das Trans­port­we­sen

Die Ety­mo­lo­gie von "Trans­port" ist of­fen­sicht­lich. Aus dem la­tei­ni­schen Kom­po­si­tum trans (über) und por­ta­re (tra­gen) wird "über­tra­gen".3 Ein Gut, ei­ne Wa­re wird vom ei­nen zum an­de­ren über­tr­agen, und zwar vom Be­sitz, von der Zu­stän­dig­keit oder vom Ver­ant­wor­tungs­be­reich des ei­nen in den Be­sitz, die Zu­stän­dig­keit oder den Ver­ant­wor­tungs­be­reich des an­de­ren. Und das al­les ver­ein­ba­rungs­ge­mäß, das heißt, man hat sich vor­her da­rauf ge­ei­nigt, dass man das so möch­te (Ver­trag).

Sinn­ver­wandt da­mit ist tra­de­re, "über­ge­ben", das kon­tra­hier­te Kom­po­si­tum aus trans (über) und da­re (ge­ben), wo­von das eng­li­sche trade ( = Han­del) kommt.

Der Han­del ist zu­stän­dig für das Zu­stan­de­kom­men der Ver­ein­ba­run­gen / der Ver­trä­ge, auf de­ren Grund­la­ge her­nach der Trans­port durch­ge­führt wird. Schrift­lich­keit ist für ei­nen Ver­trag nicht kon­sti­tu­tiv, kann aber im Hin­blick auf spä­te­re Ein­klag­bar­keit von An­sprü­chen für bei­de Sei­ten nütz­lich sein.
 

C) Wer be­stimmt, wel­che Staa­ten auf die Land­kar­te kom­men?

An- oder Ab­er­ken­nung der Staat­lich­keit von Ge­mein­we­sen fällt in die Zu­stän­dig­keit je­ner Or­ga­ni­sa­tion, die den Trans­port auf der gan­zen Er­de kon­trol­liert. Das ist die Post. Die Post be­för­dert Din­ge oder Men­schen auf­grund be­ste­hen­der Ver­trä­ge ge­gen Ge­bühr. Da­für braucht sie, wie schon er­wähnt, ei­ne funk­tio­nie­ren­de In­fra­struk­tur und sta­bi­le Fracht­ge­büh­ren und Wäh­run­gen. Ein Staat, der dies nicht aus­rei­chend lei­stet, wird von der Post ge­maß­re­gelt, auch mi­li­tä­risch. Die in­ter­na­tio­na­le Post ver­fügt über ei­ge­ne Trup­pen.

Als vor­läu­fi­gen Be­leg da­für, dass dem wirk­lich so ist, sei da­rauf hin­ge­wie­sen, dass ...

Um auf die Land­kar­te kom­men zu kön­nen, muss ein Staat die drei von Karl Jel­li­nek (1851-1911) for­mu­lier­ten "Ele­men­te" in der er­for­der­li­chen Sta­bi­li­tät auf­wei­sen: Staats­volk, Staats­ge­biet und Herr­schaft.
 

D) Die bei­den Rechts­ty­pen Ge­wohn­heits­recht und Han­dels­recht

Das auf das Trans­port­we­sen ge­münz­te Recht ist das Han­dels­recht. Es be­zieht sei­ne Gel­tung aus ei­ner an­de­ren Grund­la­ge als das Ge­wohn­heits­recht.
 

1. Das Ge­wohn­heits­recht be­ur­teilt Hand­lun­gen da­nach, ob sie das Ge­mein­wohl - das Recht na­tür­li­cher Per­so­nen - ver­let­zen oder nicht. Fühlt sich je­mand ge­schä­digt oder er­hält je­mand Kun­de von der (auch nur ge­plan­ten) Schä­di­gung ei­nes an­de­ren, kann oder muss er dies bei der Po­li­zei an­zei­gen. Richt­schnur des Ge­wohn­heits­rechts ist die so­ge­nann­te "Gol­de­ne Re­gel":

Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg' auch kei­nem an­dern zu.

Oder wie das Neue Te­sta­ment for­mu­liert:

Alles, was ihr wollt, dass die Men­schen euch tun, das tut auch ihr ih­nen. Da­rin be­steht das Ge­setz und die Pro­phe­ten.4

Oder Em­ma­nu­el Kant, der sei­nen "ka­te­go­ri­schen Im­pe­ra­tiv" an ver­schie­de­nen Or­ten mit ver­schie­de­nen Wor­ten for­mu­liert hat:

Hand­le nur nach der­je­ni­gen Ma­xi­me, durch die du zu­gleich wol­len kannst, dass sie ein all­ge­mei­nes Ge­setz wer­de.

Und an­dern­orts:

Hand­le so, dass du die Mensch­heit so­wohl in dei­ner Per­son, als in der Per­son ei­nes je­den an­de­ren je­der­zeit zu­gleich als Zweck, nie­mals bloß als Mit­tel brauchst.5

Eine Hand­lung hat ein Ziel, er­greift Mit­tel, es zu er­rei­chen, und er­eig­net sich in kon­kre­ten Um­stän­den. Die Be­ur­tei­lung der Hand­lung hat so­mit phy­si­sche Din­ge, aber auch gei­sti­ge Aspek­te - wie Ab­sich­ten und Wil­lens­hal­tungen der Be­tei­lig­ten - zu be­rück­sich­ti­gen. Ein Ge­richts­ur­teil oh­ne Be­rück­sich­ti­gung des gei­sti­gen Aspek­tes der Hand­lung gibt es im Ge­wohn­heits­recht nicht. Fak­ten al­lein ge­nü­gen im Ge­wohn­heits­recht nicht.

Ein an­de­rer Name für das Ge­wohn­heits­recht (eng­lisch: com­mon law) ist Land­recht (im Un­ter­schied zum See­recht). Der Aus­druck "Na­tur­recht" wird lei­der eben­falls - ich mei­ne un­zu­tref­fen­der­wei­se - manch­mal auf das Ge­wohn­heits­recht an­ge­wandt.
 

2. Das Han­dels­recht be­ur­teilt Ver­trä­ge und de­ren Er­fül­lung, nicht Hand­lun­gen. Oh­ne rechts­gül­ti­gen Ver­trag gibt es kein Han­dels­recht. Ein Ver­trag muss al­lerdings nicht schrift­lich, ja manch­mal nicht ein­mal ex­pli­zit sein, um als sol­cher zu gel­ten. Die Schrift­lich­keit ei­nes Ver­trags er­leich­tert frei­lich sei­ne Be­hand­lung vor Ge­richt. Ver­wandt mit dem Ver­trag ist die "Sa­che". Nicht je­de Sa­che ist ein Ver­trag, aber oh­ne Ver­trag gibt es kei­ne vom Ge­richt zu be­han­deln­den "Sa­chen", wie "Fa­mi­lien­sa­chen" oder "Straf­sa­chen".

Ein Trans­port im Voll­sinn des Wor­tes ist im­mer han­dels­recht­lich re­le­vant. Das Han­dels­recht han­tiert da­für mit fol­gen­den Ter­mi­ni:

a. Behälter

c. Frächter

b. Inhalt

d. Vertrag

Die­se vier Ter­mi­ni sind zen­tral und wer­den im Fol­gen­den be­schrie­ben.

a. Be­häl­ter ist na­tür­lich in er­ster Li­nie die Ver­pa­ckung der Wa­re wie et­wa die Schach­tel und das sie um­wi­ckeln­de Pa­pier ei­nes Post­pa­kets. Aber auch ein Au­to, ein Schiff, ein Fahr­rad oder ein Flug­zeug kann Be­häl­ter für die da­rin sit­zen­den Men­schen und be­för­der­ten Gü­ter sein.
Im Con­tai­ner-We­sen kann es meh­re­re Ebe­nen von Be­häl­ter und In­halt ge­ben: Das Schiff als gan­zes ist der Be­häl­ter für vie­le Me­tall-Con­tai­ner (1. Ebe­ne), je­der Con­tai­ner ist Be­häl­ter für meh­re­re Obst­ki­sten (2. Ebe­ne), je­de Obst­ki­ste ist Be­häl­ter für meh­re­re Schach­teln (3. Ebe­ne), je­de Schach­tel ist Be­häl­ter für meh­re­re Sä­cke (4. Ebe­ne), je­der Sack ist Be­häl­ter für meh­re­re in Pla­stik­fo­lien ein­ge­wi­ckel­te Ko­kos­nüs­se (5. Ebe­ne), je­de Pla­stik­fo­lie ist Be­häl­ter für je ei­ne Ko­kos­nuss (6. Ebe­ne). Han­dels­recht­lich kann al­so das glei­che Ding, je nach Per­spek­ti­ve, ein­mal als Be­häl­ter und ein­mal als In­halt fun­gie­ren. So­gar ein Mensch kann ein­mal Be­häl­ter und ein­mal In­halt sein - da­zu kom­men wir noch.

b. In­halt ist in er­ster Li­nie die Wa­re, die das vom Emp­fän­ger ge­woll­te Gut dar­stellt und auf de­ren Trans­port man sich ver­trag­lich ge­ei­nigt hat. Hin­sicht­lich der Fracht­be­din­gun­gen kann, wie wir ge­sehen ha­ben, der In­halt wie­de­rum ein Be­häl­ter sein, der ein Ding be­in­hal­tet, das ein Be­häl­ter ist für ... usw. usf.

c. Fräch­ter ist die Brü­cke zwi­schen den bei­den Ver­trags­part­nern. Kann der ei­ne Ver­trags­part­ner (der Sen­der) dem an­de­ren Ver­trags­part­ner (dem Emp­fän­ger) das von die­sem ge­wünsch­te Gut nicht di­rekt über­ge­ben, be­die­nen sich bei­de ei­nes Fräch­ters und ent­gel­ten ihm sei­nen Dienst. Der Fräch­ter küm­mert um al­les, was zwi­schen den bei­den Ver­trags­part­nern liegt: Über­nah­me und Re­gi­s­trie­rung der Wa­re, Weg (Stra­ße, Schie­ne, Luft, Was­ser ...), In­fra­struk­tur (Au­to, Bahn, Flug­zeug, Schiff ...), sach­ge­mä­ße La­ge­rung und schließ­lich Über­ga­be der Wa­re. Oft ar­bei­tet der Fräch­ter mit dem Händ­ler zu­sam­men - oder ist gar der Händ­ler, dann küm­mert der sich auch um den Ver­trag.

d. Ver­trag be­zeich­net die wil­lens­mä­ßi­ge Über­ein­kunft zwi­schen Wa­ren­lie­fe­rant und -emp­fän­ger. Bei­de müs­sen Men­schen sein. Das The­ma Mensch spielt im Han­dels­recht nur beim Ver­trag ei­ne Rol­le. Un­se­re Rechts­tra­di­tion de­fi­niert den Men­schen als gei­stig-sitt­li­ches, mit Ver­nunft und Sprach­ver­mö­gen be­gab­tes We­sen. Ein rechts­gül­ti­ger Ver­trag kann mei­nes Wis­sens nur zwi­schen ge­schäfts­fä­hi­gen Men­schen zu­stan­de kom­men - nicht zwi­schen Mensch und Tier, nicht zwi­schen Mensch und Ro­bo­ter etc. -, da­her braucht das Han­dels­recht nur das (Nicht)­Vor­lie­gen des Ver­trags zu the­ma­ti­sie­ren, nicht aber die Men­schen, die ihn ge­schlos­sen ha­ben. In­so­fern bleibt Han­dels­recht im­mer Sach­recht. Das Han­dels­recht be­han­delt auch Men­schen nur als "Sa­chen" - im Ge­gen­satz zum Ge­wohn­heits­recht, wo sie als "na­tür­li­che Per­s­onen" auf­tre­ten, die ei­ne "ju­ri­sti­sche Per­son" ha­ben kön­nen oder auch nicht.

Ein an­de­rer Na­me für Han­dels­recht ist See­recht, "See" im Sin­ne von "die See" oder "das Meer".

Al­les Han­dels­recht wur­zelt zur­zeit im Recht der rö­misch-ka­tho­li­schen Kir­che, dem so­ge­nann­ten ka­no­ni­schen Recht.
 

E) Ein­schnei­den­de recht­li­che Än­de­run­gen in den letz­ten Jahr­hun­der­ten

1. 1938 Bank­rott der USA

"(...) als ich die­sen Rich­ter be­such­te, ha­be ich ihm von mei­nen Pro­ble­men mit dem Ober­sten Ge­richts­hof er­zählt (...). Er sag­te:
'Im Jah­re 1938 wur­den al­le hö­he­ren Rich­ter, die Top-An­wäl­te und die US-Staats­an­wäl­te zu ei­nem ge­hei­men Tref­fen ein­be­ru­fen, und das ist, was man uns er­zähl­te:
Ame­ri­ka ist ei­ne bank­rot­te Na­tion - sie ge­hört völ­lig ih­ren Gläu­bi­gern. Den Gläu­bi­gern ge­hört der Kon­gress, ih­nen ge­hört die Exe­ku­ti­ve, ih­nen ge­hört die Ju­di­ka­ti­ve und ih­nen ge­hö­ren die Re­gie­run­gen al­ler Staa­ten.
Neh­men Sie die­se Tat­sa­che still­schwei­gend ju­ri­stisch zur Kennt­nis, aber spre­chen Sie nie öf­fent­lich da­rüber. Ihr Ge­richt ope­riert un­ter ei­ner Ad­mi­rals-Ju­ris­dik­tion - nen­nen Sie es, wie Sie wol­len, aber nen­nen Sie es nie­mals Ad­mi­ra­li­tät.'"6

Trifft der In­halt die­ses Tex­tes zu - meh­re­re Ex­per­ten se­hen ihn als ge­ge­be­ne Tat­sa­che an, zu Quel­len, die ihn be­stä­ti­gen, ha­be ich al­lerdings kei­nen Zu­gang -, dann muss dem da­rin er­wähn­ten Ge­heim­tref­fen ein Ge­schäft der US-Re­gie­rung mit den Ei­gen­tü­mern Ame­ri­kas vo­raus­ge­gan­gen sein. Zur Zu­rück­ge­win­nung ih­rer Bo­ni­tät gab die bank­rot­te US-Re­gie­rung ih­ren Ei­gen­tü­mern die US-Bür­ger als Pfand. Da­mit konn­te sie wie­der als Ge­schäfts­part­ner ak­zep­tiert wer­den und ih­re Ge­rich­te wur­den wie­der le­gi­tim, al­lerdings nur mit dem Aus­maß an Le­gi­ti­mi­tät, die das ge­nann­te Ge­schäft zu er­brin­gen im­stan­de war, näm­lich der Le­gi­ti­mät des Han­dels. Die Bür­ger als Pfand sind seit­her vor Ge­richt Han­dels­wa­re und da­mit "Sa­chen", über die nach Han­dels­recht ge­ur­teilt wird. Um vom Ge­richt nach Ge­wohn­heits­recht ge­rich­tet wer­den zu kön­nen, müss­ten sie freie Bür­ger sein und das wa­ren sie nach dem "Deal" nicht mehr.

Von den USA ab­hän­gi­ge Re­gie­run­gen sind da­von eben­falls be­trof­fen. Das heißt aber nicht, dass ein­zel­ne In­di­vi­du­en per­sön­li­che Sou­ve­rä­ni­tät und Frei­heit nicht wie­der er­lan­gen kön­nen. Vie­le ha­ben sich schon auf die­sen Weg ge­macht und ei­ni­ge we­ni­ge sind da­rin Mei­ster ge­wor­den.

Die so­ge­nann­te Free­man-Be­we­gung7 mei­ne ich da­mit weder noch mei­ne sie nicht. Ich mei­ne da­mit ein­fach al­le In­di­vi­du­en mit sou­ve­rä­ner frei­er Le­bens­füh­rung. Mög­li­cher­wei­se wird aber die Free­man-Be­we­gung in Ame­ri­ka (in neu­e­ster Zeit vor al­lem von der Ka­na­die­rin Ma­ry Eli­sa­beth Croft vo­ran­ge­trie­ben) und an­ders­wo durch die­sen Deal in­so­fern be­feu­ert, als "auf dem Land" Ste­hen­de - und für sol­che hal­ten die Free­men sich - nicht nach dem Han­dels­recht ge­rich­tet wer­den kön­nen.
 

2. 1789 Fran­zö­si­sche Re­vo­lu­tion

Sie schuf erst­mals "Bür­ger" - Men­schen, die mit Leib und Le­ben für den (hier: fran­zö­si­schen) Staat bür­gen. "Un­ter­ta­nen des Kö­nigs" wur­den da­mit ob­so­let. Der Staat gab sich so die Mög­lich­keit, sei­ne Mit­glie­der als De­ckung der Na­tio­nal­wäh­rung zu ver­wen­den und mit al­len da­mit ver­bun­de­nen Pflich­ten zu be­la­sten.

Ih­ren er­sten Ver­such, ih­rer Schöp­fung Le­ben ein­zu­hau­chen, klei­de­te die Na­tio­nal­ver­samm­lung in die am 26.8.1789 ver­ab­schie­de­te Er­klä­rung der Men­schen- und Bür­ger­rech­te (Dé­cla­ra­tion des Droits de l'Homme et du Ci­toy­en).

Na­po­lé­on I. ver­brei­te­te die Fran­zö­si­sche Re­vo­lu­tion - heißt: das Staats­bür­ger­tum - eu­ro­pa­weit. In Öster­reich wur­de im All­ge­mei­nen Bür­ger­li­chen Ge­setz­buch (seit 1.1.1812 in Kraft) Er­werb und Be­sitz der "Staats­bür­ger­schaft" (sic!) erst­mals ver­an­kert. Die Ge­set­ze von 1863 und 1870 ver­pflich­te­ten hin­sicht­lich rö­misch-ka­tho­li­scher Chri­sten die rö­misch-ka­tho­li­schen Pfar­rei­en, de­ren Bü­cher dies­be­züg­lich auch für den welt­li­chen Be­reich gal­ten, und hin­sicht­lich Nicht-Ka­tho­li­ken die po­li­ti­sche Ge­mein­den zur Re­gi­s­trie­rung und Evi­dent­hal­tung ih­rer Mit­glie­der. Oh­ne Re­gi­s­trie­rung bei ei­ner po­li­ti­schen Ge­mein­de oder ei­ner rö­misch-ka­tho­li­schen Pfar­rei konn­te man nicht öster­rei­chi­scher Staats­bür­ger sein. Nach dem 13.3.1938, dem An­schluss Öster­reichs an Hit­ler-Deutsch­land, wur­de die Evi­dent­hal­tung der Staats­bür­ger ex­klu­siv den po­li­ti­schen Ge­mein­den zu­ge­wie­sen, die Pfarr­äm­ter ver­lo­ren die­ses Recht (Ge­setz vom 3.7.1938). Die Ge­set­ze der Zwei­ten Re­pub­lik än­der­ten da­ran nichts (StbÜG 1945, StbG 1949, StbG 1965, wie­der­ver­lau­tet 1985 und seit­dem lau­fend no­vel­liert).
 

3. 1666 "Cestui qui vie"-Act

"An Act for Re­dresse of In­con­ve­nien­cies by want of Proofe of the De­ceases of Per­sons be­yond the Seas or ab­sen­ting them­selves, upon whose Lives Estates doe de­pend.
[I.] Cestui que vie re­mai­ning be­yond Sea for Se­ven Years to­ge­ther and no Proof of their Lives, Judge in Ac­tion to di­rect a Ver­dict as though Cestui que vie were dead."

Das eng­li­sche Par­la­ment be­stimm­te mit die­sem Ge­setz, dass ver­reis­te Guts­ei­gen­tü­mer nach sie­ben Jah­ren, in de­nen nicht in Er­fah­rung ge­bracht wer­den konn­te, ob sie noch le­ben, für tot er­klärt wer­den. Ihr Be­sitz konn­te dann von ih­ren näch­sten Ver­wan­dten ver­wal­tet wer­den, und ir­gend­wann tra­ten die Erb­re­geln in Kraft. Tauch­te die tot­ge­sag­te Per­son wie­der auf, konn­te sie ih­ren frü­he­ren Be­sitz wie­der über­neh­men.

Heu­te gilt die­se Sie­ben-Jah­res-Klau­sel ab Ver­trags­beginn, al­so mit der Schaf­fung der "Per­son" des neu­ge­bo­re­nen Kin­des. Mel­den sich Kin­der in ih­ren er­sten sie­ben Le­bens­jah­ren nicht als le­bend, gel­ten sie als tot und die öf­fent­li­che Hand über­nimmt al­le Be­lan­ge ih­rer Ver­wal­tung.
 

4. 1302 Bul­le "Unam sanc­tam ca­tho­li­cam"

"Es muss auch ein Schwert un­ter dem an­de­ren sein und die zeit­li­che Au­to­ri­tät der geist­li­chen Macht un­ter­wor­fen sein. (...) So er­klä­ren wir denn, dass al­le mensch­li­che Kre­a­tur bei Ver­lust ih­rer See­len Se­lig­keit un­ter­tan sein muss dem Papst in Rom, und sa­gen es ihr und be­stim­men es."8

Papst Bo­ni­fa­tius VIII. re­kla­mier­te da­rin die Steu­ern des fran­zö­si­schen Kle­rus, die bis da­hin der fran­zö­si­sche Kö­nig Phi­lipp der Schö­ne ein­ge­streift hat­te, für den Va­ti­kan. Als das geist­li­che Schwert Füh­ren­der ver­lang­te er vom Kö­nig als das zeit­li­che Schwert Füh­ren­dem Ge­hor­sam. Durch die grund­sätz­lich ge­ein­te Herr­schaft von geist­li­chem und zeit­li­chem Schwert wur­den da­mit al­le Men­schen auf Er­den zu Un­ter­ta­nen des Pap­stes.

Da­mit hat der Papst ei­ne ein­heit­li­che Ver­wal­tung, die sich auf al­le Men­schen der gan­zen Er­de von der Wie­ge bis zur Bah­re er­streckt, zu­min­dest an­vi­siert. Als Grund­la­ge die­ser bei­spiel­lo­sen Vor­machts­stel­lung des Pap­stes könn­te man theo­lo­gi­sierend an­füh­ren: Chri­stus hat durch sein Op­fer die See­len al­ler Men­schen al­ler Zei­ten zum Ei­gen­tum er­wor­ben. Der Papst als sein Stell­ver­tre­ter - "Vi­ca­rius Chri­sti", wie ei­ner sei­ner vie­len Ti­tel lau­tet - ver­wal­tet die­selben.
 

F) Die "Per­son": Be­griff und Er­schaf­fung

a) Be­griff

Ety­mo­lo­gisch kommt der Be­griff "Per­son" vom la­tei­ni­schen Vo­ka­bel per­so­na, ei­nem Kom­po­si­tum aus der Prä­po­si­tion per (durch) und dem Verb so­na­re (klin­gen, tö­nen). per­so­na­re könn­te man al­so mit "durch­klin­gen, durch­tö­nen" über­set­zen. Die grie­chi­sche Vor­la­ge da­zu soll pro­so­pon (πρωσωπον)9 ge­lau­tet ha­ben. Der Be­griff per­so­na ent­stand in den chri­sto­lo­gi­schen Strei­tig­kei­ten nach der kon­stan­ti­ni­schen Wen­de (4.-5. Jahr­hun­dert) und er­wies sich als prak­ti­ka­bler Ter­mi­nus für ei­ne tri­ni­ta­ri­sche The­o­lo­gie, denn die sich pri­mär da­mit be­fas­sen­den öku­me­ni­schen Kon­zi­lien wan­dten ihn zu­nächst auf Chri­stus und den Va­ter (431 Kon­zil von Ephe­sos) und dann auch auf den Hei­li­gen Geist an (451 Kon­zil von Chal­ke­don).
 

b) Er­schaf­fung

Ver­wal­tungs­tech­nisch wird ei­ne "Per­son" in ei­nem mehr­stu­fi­gen Re­gi­strie­rungs­pro­zess auf dem Stan­des­amt "ge­schaf­fen", das auch die schrift­li­che Do­ku­men­ta­tion evi­dent hält. Die ak­tu­el­le Ge­setz­ge­bung ver­langt ih­re Auf­be­wah­rung bis 120 Jah­re nach dem Tod des In­ha­bers.

"Re­gi­strie­rung" und "Re­gi­ster" sind ver­wandt mit dem Wort "Re­gie­rung", das vom la­tei­ni­schen rex, re­gis, m. (Kö­nig) oder vom Verb re­go, re­ge­re, re­xi, rec­tum (len­ken, lei­ten, ge­ra­de rich­ten, re­gie­ren, be­herr­schen) her­kommt - wie auch das Wort "rich­tig". Die Re­gi­s­trie­rung ist al­so ein ho­heit­li­cher, das Kind in Be­zie­hung zur Re­gie­rung set­zen­der Akt.
 

Die Stu­fen des Re­gi­strie­rungs­pro­zes­ses:

1. Klas­si­fi­zie­rung: Han­dels­recht­lich ist die Ge­burt ei­nes Kin­des das Ein­lau­fen ei­ner Fracht in den Ha­fen. Als er­ste Amts­hand­lung hat die Ha­fen­be­hör­de (die He­bam­me oder der Spi­tals­arzt) die Fracht als "Le­bend­ge­burt" oder "Tot­ge­burt" zu klas­si­fi­zie­ren, stellt da­rüber ein amt­li­ches Do­ku­ment aus ("An­zei­ge der Ge­burt" oder "An­zei­ge der Tot­ge­burt"), wel­ches sie an das ört­li­che Stan­des­amt wei­ter­lei­tet als Rechts­grund­la­ge für die dor­ti­ge Ver­voll­stän­di­gung der Re­gi­strie­rung.

Schiff geladen

Der Sym­bo­lik des fei­er­li­chen An­las­ses der An­kunft (Ad­vent) des Kin­des be­dient sich das Lied "Es kommt ein Schiff ge­la­den", das Kle­rus und Volk seit Jahr­hun­der­ten in der Vor­weih­nachts­zeit sin­gen10. Es wird im Fol­gen­den ganz ab­ge­druckt, als Be­weis für die ka­no­ni­sche Grund­le­gung des Han­dels­rech­tes. Mit dem Kind kann je­des Neu­ge­bo­re­ne ge­meint sein, das mit dem Schiff (dem Mut­ter­schoß) auf Er­den an­kommt und mit dem kon­se­quen­ter­wei­se see­recht­lich zu ver­fah­ren ist. Das Kind ist Got­tes Sohn, des Va­ters Wort. So­mit wird von An­fang an klar­ge­stellt, wel­ches Wort gilt - das des Va­ters - und dass die Ge­sell­schaft ei­nen leicht pa­tri­ar­cha­len Ein­schlag hat:

  1. Es kommt ein Schiff ge­la­den bis an sein' höch­sten Bord, trägt Got­tes Sohn voll Gna­den, des Va­ters ewig's Wort.
  2. Das Schiff geht still im Trie­be, es trägt ein' teu­re Last; das Se­gel ist die Lie­be, der Hei­lig' Geist der Mast.
  3. Der An­ker haft' auf Er­den, da ist das Schiff am Land. Das Wort will Fleisch uns wer­den, der Sohn ist uns ge­sandt.
  4. Zu Bet­le­hem ge­bo­ren im Stall ein Kin­de­lein, gibt sich für uns ver­lo­ren; ge­lo­bet muss es sein.
  5. Und wer dies Kind mit Freu­den um­fan­gen, küs­sen will, muss vor­her mit ihm lei­den groß Pein und Mar­ter viel,
  6. Da­nach mit ihm auch ster­ben und geist­lich auf­er­steh'n, das ewig' Le­ben er­ben, wie an ihm ist ge­scheh'n.
  7. Ma­ria, Got­tes Mut­ter, gelobet musst du sein. Je­sus ist un­ser Bru­der, das lie­be Kin­de­lein.
     

2. In­di­vi­du­a­li­sie­rung: Bei ih­rer Ehe­schlie­ßung ha­ben die El­tern - da­mals erst Ver­lob­te - ei­nen Trans­port­ver­trag zur Lie­fe­rung von Kin­dern zu­gun­sten des Staa­tes ge­schlos­sen. Das Kind ist nun da, wo­bei han­dels­recht­lich die El­tern die Lie­fe­ran­ten sind und der Staat der Emp­fän­ger der Fracht. Auf dem Stan­des­amt über­neh­men die El­tern die Rol­le der Ver­tre­ter des Kin­des vor dem Staat (VK), und der Bür­ger­mei­ster, ver­tre­ten durch den Stan­des­be­am­ten, - bzw. auf See der Ka­pi­tän - über­nimmt die Rol­le des Ver­tre­ters des Staa­tes (VS). Die VK au­to­ri­sie­ren nun den VS, das Kind im Ge­burts­re­gi­ster ein­zu­tra­gen. Sie über­rei­chen ihm da­für ein von ih­nen per­sön­lich un­ter­schrie­be­nes Do­ku­ment mit den zu­künf­ti­gen Na­men des Kin­des und den Na­men der VK.11 Der Ein­trag im Ge­bur­ten­buch ist un­ver­wech­sel­bar und ein­zig­ar­tig (Ju­ri­sten-Deutsch: "ori­gi­när") und be­grün­det die Le­gi­ti­mi­tät al­ler spä­te­ren Ver­su­che des Kin­des, sei­ne Per­sön­lich­keits­rech­te im öf­fent­li­chen Be­reich gel­tend zu ma­chen.

VK und VS ko­ope­rie­ren ver­trag­lich da­rin, dem "Kind ei­nen Na­men zu ge­ben", tra­di­tio­nel­ler­wei­se den "Na­men des Va­ters", mit dem es über­all im gro­ßen Welt­sys­tem iden­ti­fi­ziert wer­den be­zie­hungs­wei­se sich selbst iden­ti­fi­zie­ren kann. Die ak­tu­el­le Ge­setz­ge­bung kennt die Ka­te­go­rien "ehe­lich" und "un­ehe­lich" nicht mehr und über­lässt es den VK, ob sie ih­rem Kind den Fa­mi­lien­na­men des Va­ters oder der Mut­ter ge­ben oder ob sie aus Tei­len ih­rer Na­men ei­nen Dop­pel­na­men für es zu­sam­men­stel­len. Je­den­falls ge­schieht im­mer noch al­les "im Na­men des Va­ters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes ...",12 wo­bei al­le drei Per­so­nen von ei­nem Zwei­fel be­haf­tet sein kön­nen. Va­ter kann der Sa­men­lie­fe­rant oder der Er­zie­hungs­be­rech­tig­te oder der Staat sein, das Kind kann im Spi­tal ver­wech­selt wor­den sein, und die Mut­ter kann be­kannt oder - im Fal­le ei­nes Fin­del­kin­des oder der Ba­by­klap­pe - un­be­kannt sein. Die In­di­vi­du­a­li­sie­rung möch­te die­se Zwei­fel so weit als mög­lich aus­räu­men.

Die­se Re­gi­strie­rungs­pra­xis soll in Su­mer be­gon­nen und von den Nach­fol­ge­staa­ten fort­ge­führt wor­den sein. Die in die­sem Ge­biet lie­gen­de Stadt Ba­by­lon soll der Ur­sprung des Wor­tes "Ba­by" sein. Wel­che Rol­le da­bei der Tauf­be­fehl des Neu­en Te­sta­men­tes13 spiel­te oder spielt - die Tau­fe war ja im Hei­li­gen Rö­mi­schen Reich die staat­li­che Re­gi­s­trie­rung -, wä­re ei­ner ei­ge­nen Über­le­gung wert.

Da das Ge­bur­ten­buch im Amts­ar­chiv ver­bleibt, er­hal­ten die El­tern ei­nen Aus­zug da­raus in Form der "Ge­burts­ur­kun­de", auf der die Un­ter­schrift des Stan­des­be­am­ten die Iden­ti­tät der Da­ten im Ge­bur­ten­buch mit de­nen auf dem Aus­zug be­stä­tigt. So­mit gel­ten die Da­ten auf der Ge­burts­ur­kun­de als ori­gi­nal­ge­treu und wer­den als Vor­la­ge für spä­te­re (Licht­bild)Aus­weis­aus­stel­lun­gen oder Re­gi­strie­run­gen (Schu­len, Füh­rer­schein, Ar­beits­ver­trä­ge etc.) ak­zep­tiert.
 

3. Num­me­rie­rung: Das Stan­des­amt ist ge­setz­lich ver­pflich­tet, die Ge­bur­ten­buch­da­ten an die So­zial­ver­si­che­rung (SV) wei­ter­zu­ge­ben. Die SV ist ein­ge­bun­den in ein in­ter­na­tio­na­les Num­me­rie­rungs­sys­tem. Die staat­li­che SV-Num­mer ist öf­fent­lich, die in­ter­na­tio­na­le ge­heim. Die öf­fent­li­che Num­mer wird von der na­tio­na­len SV ge­schaf­fen und auf die e-card ge­druckt. Die in­ter­na­tio­na­le Num­mer wird von ei­ner mir un­be­kann­ten Bank ver­ge­ben, der die SV die Ge­bur­ten­buch­da­ten mel­den muss. Ge­gen­über der sper­ri­gen Ak­ten­zahl des Ge­bur­ten­buch­ein­trags ist die von der Bank ver­ge­be­ne, viel ein­fa­cher zu hand­ha­ben­de Num­mer ver­wal­tungs­tech­nisch ein­deu­tig im Vor­teil.
 

4. Mo­ne­ta­ri­sie­rung: Die ge­nann­te Bank legt für das ihr ge­mel­de­te Kind ein Kon­to an und bucht gleich ei­ni­ge Mil­lio­nen Dol­lar (nicht Eu­ro) da­rauf. Die ge­hei­me in­ter­na­tio­na­le Num­mer scheint mit der Num­mer die­ses Bank­kon­tos iden­tisch zu sein. Die Bank treibt mit ih­ren Mil­lio­nen Kon­ten, auf de­nen je­weils Mil­lion­en Dol­lar lie­gen, re­gen Han­del, den so­ge­nann­ten Ge­burts­ak­tien­han­del, was da­rauf hin­weist, dass die­se Bank bör­sen­no­tiert und so­mit (z­umin­dest teil­wei­se) in pri­va­ten Hän­den ist. Der Kon­to­in­ha­ber - das Kind - er­hält in der Re­gel sein Le­ben lang kei­nen Zu­griff auf sein Kon­to, da das Kind auf­grund des "Cestui-que-vie"-Ak­tes ab sei­nem sieb­ten Ge­burts­tag recht­lich für tot gilt.
Für die Bank ver­kör­pert das Kind ei­nen be­trächt­li­chen Geld­wert, der es ihr leicht ma­chen soll­te, das Kind zu ver­wal­ten und ei­ne ihm för­der­li­che Um­ge­bung zu schaf­fen - oder auch nicht.

Da­mit ist der Schöp­fungs­pro­zess der "Per­son" im We­sent­li­chen um­ris­sen.
 

c) Kri­tik

an die­sem Schöp­fungs­pro­zess kommt neu­er­dings von Grup­pen, die Be­hör­den un­ter dem Be­griff "Staats­ver­wei­ge­rer" zu­sam­men­fas­sen. Sie selbst nen­nen sich nicht so. Sie möch­ten nur ih­re "Per­son" selbst ver­wal­ten, wie mir scheint. Sie er­klä­ren schrift­lich die Un­gül­tig­keit der am Stan­des­amt er­zeug­ten fik­ti­ven "Per­son", da sie bei de­ren Er­schaf­fung nicht um die Er­laub­nis ge­fragt wur­den (wer­den konn­ten), ob sie die­se auch woll­ten - ei­ne ek­la­tan­te Miss­ach­tung ih­rer Rech­te als Mensch -, und der Staat il­le­ga­ler­wei­se von ei­ner Iden­ti­tät zwi­schen ei­ner fik­ti­ven "Per­son" und de­ren prä­su­mier­tem In­ha­ber aus­geht. Ab die­ser Er­klä­rung ent-iden­ti­fi­zie­ren sie sich von ih­rem Fa­mi­lien­na­men (mei­stens der Na­me des Va­ters) und schrei­ben ih­ren Na­men mit Dop­pel­punkt zwi­schen Vor- und Fa­mi­lien­na­men - zum Bei­spiel Kurt:Ber­ger, aus­ge­spro­chen "Kurt aus der Fa­mi­lie Ber­ger". Vor Be­hör­den wür­de Herr Ber­ger auf die Fra­ge des Be­am­ten "Sind Sie Kurt Ber­ger?" mit "Nein, ich bin der Kurt aus der Fa­mi­lie Ber­ger" ant­wor­ten, da der Be­am­te sich auf die Buch­sta­ben des Ge­burts­re­gi­ster­ein­trags be­zieht, mit de­nen der gei­stig-phy­si­sche Mensch "Kurt:Ber­ger" na­tür­lich nicht iden­tisch sein kann.

Von der ju­ri­sti­schen Be­deu­tung der "Per­son" er­fuh­ren vie­le Men­schen erst­mals durch die PR-Kam­pa­g­ne, die das Ver­strei­chen der drei­mo­na­ti­gen Ein­spruchs­frist ge­gen die vom Fi­nanz­in­stru­ment "The One Peo­ple's Pu­blic Trust" (OPPT) beim UCC-Bü­ro in Wa­shing­ton D.C. ein­ge­reich­ten Fest­stel­lun­gen aus­ge­löst hat - mit auf­rüt­teln­den Fol­gen.14 Die Fra­ge "Was ist der Staat?" be­drängt seit­dem nicht nur mich.

So­weit ich se­he, ist die­se Art von Kri­tik nicht neu. Die Täu­fer­be­we­gung der frü­hen Neu­zeit - der "Drit­te Flü­gel der Re­for­ma­tion" - ar­gu­men­tiert ähn­lich, dass ei­ne Tau­fe an ei­nem un­rei­fen Täuf­ling (Kin­der­tau­fe), "un­gül­tig" wä­re. Erst Er­wach­se­ne - be­züg­lich des Be­ginns des Er­wach­se­nen­al­ters schwankt die Täu­fer­tra­di­tion zwi­schen 18 und 21 Jah­ren - kön­nen sich zur Tau­fe ent­schei­den. Üb­ri­gens ver­wei­gern die Täu­fer bis heu­te den Mi­li­tär­dienst ("Dienst mit der Waf­fe").

Ich den­ke auch an die Sze­ne, bei der Pie­tro Ber­nar­do­ne, bes­ser be­kannt als hei­li­ger Fran­zis­kus, von sei­nem Va­ter in die Fa­mi­lie zu­rück­ge­holt und zu sei­nem Nach­fol­ger im Tuch­han­del ge­macht wer­den soll­te. Fran­ces­co ent­le­dig­te sich sei­nes Ge­wan­des und gab es sei­nem Va­ter zu­rück als Zei­chen sei­ner al­lei­ni­gen Zu­ge­hö­rig­keit zum Va­ter im Him­mel - ähn­lich dem Je­sus der Sy­nop­ti­ker.15 Der an­we­sen­de Bi­schof be­deck­te Fran­ces­cos Blö­ße mit sei­nem Man­tel. Fran­zis­kus ver­wei­ger­te da­mit ei­ne von ihm als un­recht­mä­ßig emp­fun­de­ne In­an­spruch­nah­me durch sei­nen Va­ter.

Wei­ters den­ke ich an staa­ten­frei­e Ge­mein­we­sen wie die in der Ein­la­dung er­wähn­ten Na­tur­völ­ker.
 

G) Der Sinn des Staa­tes: Trans­port und Wert­schöp­fung

Dass Trans­port ei­ne Wert­stei­ge­rung be­wir­ken kann, scheint mir evi­dent.

Ern­te ich zum Bei­spiel mehr Erd­äp­fel, als ich es­sen kann, und hat ein an­de­rer Mensch gar kei­ne, könn­te sich aber da­von er­näh­ren, und ich liefere ihm wel­che, dann ha­ben die Erd­äp­fel durch den Trans­port an die rich­ti­ge Per­son an Wert ge­won­nen oder ih­ren Wert ge­fun­den.

Trans­port kann na­tür­lich auch Wert­min­de­rung be­wir­ken - wenn bei­spiels­wei­se die Erd­äp­fel auf dem Weg ver­lo­ren ge­hen oder ver­der­ben.

Trans­port er­streckt sich aber auf mehr als nur ma­te­ri­el­le Gü­ter. Das He­rein­spie­len re­li­giö­ser Mo­ti­ve in die­sen Vor­trag ist ein Hin­weis da­rauf.

Ein neu­ge­bo­re­nes Kind wird, wie be­reits ge­hört, han­dels­recht­lich als Fracht an­ge­se­hen, als Lie­fe­rung im Schiff des Mut­ter­scho­ßes, die im Ha­fen ge­löscht wird.

Dem geht, wie eben­falls be­reits ge­hört, der Ehe­ver­trag vo­raus, in dem die Ver­lob­ten sich zur Lie­fe­rung von Kin­dern be­reit er­klä­ren, was im­pli­ziert, dass sie auch zur Lie­fe­rung der da­für nö­ti­gen Ga­me­ten (Sa­men- und Ei­zel­le) be­reit sind. Ga­me­ten sind da­her eben­falls ei­ne wert­vol­le Fracht der Be­häl­ter "Mann" be­zie­hungs­wei­se "Frau". Ent­steht ein Kind, ha­ben wir es mit ei­ner so gro­ßen Wert­stei­ge­rung der Ga­me­ten zu tun, dass Wor­te sie gar nicht an­ge­mes­sen be­schrei­ben kön­nen.

Das neue Kind ist ei­ne ewi­ge gei­sti­ge See­le16, die mit­hil­fe ih­res Kör­pers ih­ren Wert so stei­gern soll, dass sie reich an Ver­dien­sten, al­so mit Pro­fit, in die gei­sti­ge Welt ge­hen kann. Die al­chi­mi­sti­sche Idee des Um­wan­delns ge­rin­ger­wer­ti­gen Me­talls in Gold ver­an­schau­licht das. In der grie­chi­schen My­tho­lo­gie war der Fähr­mann Cha­ron, der die See­le ins Jen­seits zu trans­por­tie­ren hat­te, von die­ser mit drei Gold­stü­cken zu ent­loh­nen, die sie na­tür­lich vor­her ver­dient ha­ben muss­te. Oh­ne Be­rück­sich­ti­gung der gei­sti­gen Di­men­sion des Mensch­seins hät­te das Han­dels­recht - wo­zu man auch das ka­no­ni­sche Recht rech­nen kann - sich in der Ge­sell­schaft nicht durch­set­zen kön­nen.

So­mit liegt der Idee des Staa­tes auch die Durch­rei­se der ewi­gen Geist­see­le durch die­se ir­di­schen Ge­fil­de zu­grun­de - ein Trans­port in um­fas­sen­dem Sinn. Das In­di­vi­du­um wird in das be­ste­hen­de Re­gi­strie­rungs- und Wert­schöp­fungs­sys­tem (im wei­te­sten Sinn "Ar­beit") ein­ge­glie­dert, und es wird das Wachs­tum sei­ner See­le durch Ver­dienst­er­werb an­ge­strebt, be­vor die­selbe in die gei­sti­ge Welt wei­ter­trans­por­tiert wird.

Der Staat, ob­wohl ei­ne he­te­ro­ge­ne Grö­ße, er­weist sich so­mit als eng mit den Zwe­cken der mensch­li­chen Exi­stenz ver­knüpft.

Bei al­ler Per­fek­tion der Durch­or­ga­ni­sa­tion, oder viel­leicht ge­ra­de des­we­gen, ver­stummt die Be­sorg­nis, die Frei­heit des Men­schen blei­be da­bei auf der Stre­cke, nicht. Die For­men, die sie an­neh­men kann, sind zahl­los. Man den­ke bei­spiels­wei­se an das Sprich­wort "sum­ma ius sum­ma in­iu­ria"17, an die Film­tri­lo­gie "Ma­trix"18, an an­schei­nen­de und ech­te An­ar­chie in der Be­völ­ke­rung und das schon er­wähn­te Phä­no­men der so­ge­nann­ten "Staats­ver­wei­ge­rer".

An­de­rer­seits sagt Vik­tor Frankl19, dass dem Men­schen die Frei­heit, sich zu den Um­stän­den, in de­nen er lebt oder le­ben muss, ver­ant­wort­lich zu ver­hal­ten, nie ge­nom­men wer­den kann.
 
 

Ap­pen­dix: Was sind die USA?

Um von sei­ner Ex­kom­mu­ni­ka­tion ge­löst zu wer­den, ver­zich­te­te der eng­li­sche Kö­nig John20 1209 auf die bri­ti­schen In­seln und er­hielt sie da­nach vom Papst als Le­hen zu­rück. Der Papst wur­de al­so sein Le­hens­herr und er selbst zu John "Lack­land".

Kö­nig James I. grün­de­te am 10. Ap­ril 1606 die bei­den Han­dels­ge­sell­schaf­ten Vir­gi­nia Com­pa­ny of Lon­don (VL) und die Vir­gi­nia Com­pa­ny of Ply­mouth (VP)21 und teil­te bei­den ih­re Zu­stän­dig­keit bei der Be­sie­de­lung Nord­ame­ri­kas zu. All­mäh­lich än­der­ten sich de­ren Kom­pe­ten­zen da­hin­ge­hend, dass sich die VP um die Grün­dung der ein­zel­nen Staa­ten von Ame­ri­ka und die VL um die Ge­samt­heit des Sied­lungs­ge­bie­tes küm­mer­te. Nach dem ame­ri­ka­nisch-bri­ti­schen Un­ab­hän­gig­keits­krieg 1775-1783 än­der­te die VL ih­ren Na­men auf "Uni­ted States of Ame­ri­ca". Seit­dem gibt es die USA.

Da die­se Han­dels­ge­sell­schaf­ten der bri­ti­schen Kro­ne un­ter­ste­hen und die bri­ti­schen In­seln va­ti­ka­ni­sches Land sind, ist auch das Land, in dem die USA lie­gen, Ei­gen­tum des Va­ti­kan - wo­ran der Un­ab­hän­gig­keits­krieg nichts än­der­te. So blieb es bis heu­te.
 
 

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F U S S N O T E N

1 So mei­ne Ant­wort auf die in der Ein­la­dung auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge nach der He­te­ro­ge­ni­tät des Staa­tes. Ich las­se sie, mag sie ein­leuch­ten oder nicht, vor­erst so ste­hen. Sie wird im Lauf des Vor­trags noch plau­si­bler. Sie stammt vom US-ame­ri­ka­ni­schen Rich­ter und Rechts­an­walt Da­vid Wynn Mil­ler (2013, In­ter­view mit Ker­ry Lynn Cas­si­dy): https://www.youtube.com/watch?v=y39SbXTiu7I

2 Man mun­kelt, dass die Ur­sa­che des Ab­le­bens der 97köp­fi­gen pol­ni­schen Re­gie­rungs­de­le­ga­tion im Ap­ril 2010 beim Ab­sturz ih­res Flug­zeu­ges in Smo­lensk in der kurz zu­vor er­folg­ten ein­sei­ti­gen und nicht mit der EU ab­ge­spro­che­nen Ab­wer­tung des Zlo­ty zu su­chen sei.

3 Nicht he­raus­fin­den konn­te ich, ob por­tus, -us m. (Ha­fen) auch ei­ne mög­li­che Her­kunft des Wor­tes "Trans­port" ist.

4 Mat­thäus 7:12; sie­he auch Lu­kas 6:31

5 Voll­stän­di­ge­re Do­ku­men­ta­tion von Kants For­mu­lie­run­gen des ka­te­go­ri­schen Im­pe­ra­tivs: https://de.wikiquote.org/wiki/Kategorischer_Imperativ

6 Ori­gi­nal in Eng­lisch:
"(...) when I went to visit the judge, I told him of my pro­blem with the Su­preme Court ca­ses dea­ling with Pu­blic Po­li­cy ra­ther than the Pu­blic Law. He said,
'In 1938, all the higher judges, the top at­tor­neys and the U.S. at­tor­neys were called into a se­cret mee­ting and this is what we were told:
Ame­ri­ca is a bank­rupt na­tion - it is owned com­ple­te­ly by its cre­di­tors. The cre­di­tors own the Con­gress, they own the Exe­cu­tive, they own the Ju­di­ciary and they own all the state go­vern­ments.
Take si­lent ju­di­cial no­tice of this fact, but ne­ver re­veal it open­ly. Your court is ope­ra­ting in an Ad­mi­ral­ty Ju­ris­dic­tion - call it any­thing you want, but do not call it Ad­mi­ral­ty.'"
Quelle: http://www.stillnessinthestorm.com/2013/07/the-ucc-connection-how-uniform.html

7 Für Sinn und We­sen der Free­man-Be­we­gung möch­te ich auf Jo­hann Ewald Kreissl ver­wei­sen. Er hält sich für den er­sten Free­man Öster­reichs und do­ku­men­tiert dies durch sei­nen Le­bens­stil, sei­ne Schrif­ten, sei­ne Vor­trä­ge und sei­ne Auf­trit­te in TV-Shows.

8 "Opor­tet au­tem gla­dium es­se sub gla­dio, et tem­po­ra­lem auc­to­ri­ta­tem spi­ri­tu­a­li sub­ji­ci po­te­sta­ti. (...) Por­ro sub­es­se Ro­ma­no Pon­ti­fi­ci om­ni hu­ma­nae cre­a­tu­rae de­cla­ra­mus, di­ci­mus, de­fi­ni­mus et pro­nun­cia­mus om­ni­no es­se de ne­ces­si­ta­te sa­lu­tis." Quelle: https://la.wikisource.org/wiki/Unam_sanctam

9 Kom­po­si­tum aus πρως (zu, hin/in Rich­tung zu/nach) und ωψ (Auge). Πρωσωπον be­zeich­ne­te in der an­ti­ken Welt die Mas­ke des Schau­spie­lers im The­a­ter, und in der grie­chi­schen Ver­sion des Al­ten Te­sta­ments (Sep­tu­a­gin­ta) das An­ge­sicht Got­tes: "Dein An­ge­sicht, Herr, will ich su­chen" (Psalm 27:8).

10 Das Lied, des­sen äl­te­ste er­hal­te­ne Ver­sio­nen sich im Ech­ter­na­cher Ge­sangs­buch (evan­ge­lisch) be­fin­den, ist be­reits für das 14. Jahr­hun­dert über­lie­fert.

11 Erst seit 2013. Da­vor er­füll­te die vom Spi­tal oder der He­bam­me aus­ge­stell­te "An­zei­ge der Ge­burt", in die der VS die münd­li­chen An­ga­ben der VK ein­ar­bei­te­te, die­sen Zweck.

12 Ich le­ge mich hier nicht auf ei­ne be­stimm­te In­ter­pre­ta­tion des Drei­fal­tig­keits­ge­heim­nis­ses fest, son­dern be­schrei­be nur sei­ne An­wen­dung in der staat­li­chen Ver­wal­tung. Mir ist schon klar, dass die Wor­te "Va­ter un­ser im Him­mel" im Neu­en Te­sta­ment von et­was an­de­rem spre­chen.

13 Siehe Mat­thäus 28:18-20: "Mir ist al­le Macht ge­ge­ben im Him­mel und auf der Er­de. Da­rum geht zu al­len Völ­kern, und macht al­le Men­schen zu mei­nen Jün­gern; tauft sie auf den Na­men des Va­ters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes, und lehrt sie, al­les zu be­fol­gen, was ich euch ge­bo­ten ha­be."

14 Ein paar sei­en hier no­tiert:
  1. Die öster­rei­chi­sche Bun­des­re­gie­rung be­auf­trag­te ih­re Bun­des­sek­ten­stel­le, die Vor­gän­ge um OPPT zu er­for­schen (sie­he Bun­des­stel­le für Sek­ten­fra­gen, Tä­tig­keits­be­richt 2014, 69-96).
  2. Die stei­ri­sche Bäu­e­rin Mo­ni­ka Un­ger er­klär­te 2016 al­le Staa­ten und Re­li­gio­nen für auf­ge­löst und grün­de­te mit an­geb­lich mehr als 200.000 Ge­folgs­leu­ten den "Staa­ten­bund Öster­reich". Sie saß im Ap­ril 2017 ei­ne zeit­lang in Un­ter­su­chungs­haft, be­vor am 15. Ok­to­ber 2018 der Ge­richts­pro­zess ge­gen sie und ei­ni­ge ih­rer An­hän­ger star­te­te.
  3. Der Süd­af­ri­ka­ner Mi­cha­el Tel­lin­ger (aus­ge­bil­de­ter Phar­ma­zeut, Sän­ger, TV-Pro­du­zent und Hob­by-Ar­chä­o­lo­ge) schaff­te es, ge­gen sei­ne Bank vor Ge­richt Recht zu be­kom­men, oh­ne ihr den aus­ste­hen­den Kre­dit­be­trag zu­rück­zah­len zu müs­sen - mit­hil­fe ei­ner "Pro­mis­so­ry Note". Er ar­bei­tet an ei­ner geld­lo­sen Ge­sell­schaft mit­hil­fe sei­ner welt­wei­ten Ubun­tu-Be­we­gung, die in Öster­reich gut auf­ge­nom­men wur­de. Er kan­di­dierte bei der letz­ten süd­af­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten­wahl und soll dort be­reits ei­ni­ge Bür­ger­mei­ster für ei­ne geld­lo­se Ge­mein­de­ver­wal­tung ge­won­nen ha­ben. Er ar­bei­tet un­ter an­de­rem mit Sa­cha Stone (Rock'n-Roll-Sän­ger aus Zim­bab­we, stu­dier­ter Ar­chi­tekt und Bot­schaf­ter der Be­we­gung "New Earth") zu­sam­men, der auf Ba­li (In­do­ne­sien) Häu­ser aus Holz, Bam­bus und Hanf baut, die auf dem Gol­de­nen Schnitt und der Fi­bo­nac­ci-Rei­he ba­sie­ren - eben­falls geld­los.

15 "Da ka­men sei­ne Mut­ter und sei­ne Brü­der; sie blie­ben vor dem Haus ste­hen und lie­ßen ihn he­raus­ru­fen. Es sa­ßen vie­le Leu­te um ihn he­rum, und man sag­te zu ihm: 'Dei­ne Mut­ter und dei­ne Brü­der ste­hen drau­ßen und fra­gen nach dir.' Er er­wi­der­te: 'Wer ist mei­ne Mut­ter, und wer sind mei­ne Brü­der?' Und er blick­te auf die Men­schen, die im Kreis um ihn he­rum­sa­ßen, und sag­te: 'Das hier sind mei­ne Mut­ter und mei­ne Brü­der. Wer den Wil­len Got­tes er­füllt, der ist für mich Bru­der und Schwe­ster und Mut­ter'" (Mar­kus 3:32-35; vgl. da­zu die Pa­ral­lel­stel­len Mat­thäus 12:46-50 und Lu­kas 8:19-21).

16 Hier ist nicht der Ort zur Be­spre­chung von Be­see­lungs­theo­rien oder der Fra­ge, ob In­kar­na­tion eher zu­trifft als Re­in­kar­na­tion.

17 Das la­tei­ni­sche "sum­ma ius sum­ma in­iu­ria" kann et­wa mit "Höch­stes Recht be­wirkt auch höch­stes Un­recht" über­setzt wer­den.

18 "Ma­trix" ist ein in Au­stra­lien ge­dreh­ter Science-Fic­tion-Film der Wa­chow­ski Bro­thers (heu­te: Wa­chow­skis) aus dem Jah­re 1999, fort­ge­setzt im Jah­re 2003 mit den Fol­gen "Ma­trix Re­loa­ded" und "Ma­trix Re­vo­lu­tions".

19 Vik­tor Frankl, 1905-1997, gilt als Be­grün­der der drit­ten Wie­ner Schu­le der Psy­cho­the­ra­pie. Er ar­bei­tet mit den Me­tho­den der von ihm so be­nann­ten Lo­go­the­ra­pie und Exi­stenz­ana­ly­se.

20 Sein fran­zö­si­scher Na­me war Jean Plan­ta­ge­nêt. Sein Bru­der war der ruhm­rei­che­re Ri­chard I. "Lö­wen­herz" (Ri­chard Ier Cœur de Lion), 1192-1193 in der nie­der­öster­rei­chi­schen Burg Dürn­stein ge­fan­gen.

21 "Vir­gi­nia" nach der "Vir­gin Queen", wie der Volks­mund die eng­li­sche Kö­ni­gin Eli­sa­beth I. ti­tu­lier­te. Sie war in der Tat le­dig, aber nicht kin­der­los.