Stel­le Dir ei­nen Zei­tungs­be­richt über ei­ne zwei Ta­ge frü­her statt­ge­fun­de­ne Opern­auf­füh­rung vor.

Wenn Du da­mit fer­tig bist, mach's um­ge­kehrt: Den­ke an ei­nen Zei­tungs­be­richt über ei­ne Opern­auf­füh­rung, die erst in drei Wo­chen statt­ge­fin­det.

Kannst Du das? Wie soll ei­ne Zei­tung über et­was be­rich­ten, das noch gar nicht pas­siert ist?

Wie auch im­mer - wir sind da­mit beim Thema:
   a) Er­eig­nis­se, über die be­reits lan­ge, be­vor sie statt­ge­fun­den ha­ben, be­rich­tet wur­de
   b) Be­richte über Er­eig­nis­se, die nie statt­ge­fun­den ha­ben
Bei­des gibt es. Und zwar oft.

Die be­rich­te­ten Er­eig­nis­se sind der gan­zen Welt be­kannt, wer­den im­mer wie­der öf­fent­lich be­spro­chen, ge­hö­ren zur "All­ge­mein­bil­dung". Man weiß: Das ist pas­siert. Es ist Teil des Ge­schichts­wis­sens.

Was ich will? Do­ku­men­tie­ren, dass vie­les an­ders ist, als es uns prä­sen­tiert wird. Fan­gen wir an:
 
 

1898                VIERZEHN JAHRE                1912

 
The Wreck of the Ti­tan ...
heißt der Ro­man von Mor­gan Ro­bert­son1. Er schrieb da­rin über das Hoch­see­pas­sa­gier­schiff "Ti­tan", das ...

  1. ei­ner bri­ti­schen Schiffs­ge­sell­schaft mit Sitz in Li­ver­pool ge­hör­te
  2. 800 Fuß lang war, das läng­ste bis da­hin ge­bau­te Pas­sa­gier­schiff
  3. drei Pro­pel­ler und zwei Ma­sten hat­te
  4. 3.000 Pas­sa­gie­re be­för­dern konn­te, tat­säch­lich aber nur 2.500 Pas­sa­gie­re be­för­der­te
  5. 45.000 Ton­nen (Neu­auf­la­ge 1912: 70.000 Ton­nen) ver­dräng­te
  6. 40.000 PS Mo­tor­lei­stung hat­te
  7. als un­sink­bar galt
  8. im Ap­ril zur ih­rer drit­ten Aus­fahrt in See stach - von New York nach Southamp­ton
  9. um Mit­ter­nacht 400 Mei­len von Neu­fund­land ent­fernt im Nord­at­lan­tik auf der Steu­er­bord-Sei­te mit ei­nem Eis­berg kol­li­dier­te, mit ei­ner Ge­schwin­dig­keit von 25 Kno­ten
  10. nicht ge­nü­gend Ret­tungs­boo­te (20) da­bei hat­te
  11. nur 13 der 2.500 Pas­sa­gie­re ret­ten konn­te

 
Die "RMS Ti­ta­nic" ...
war das am 13. Ap­ril 1912 ih­re Jung­fern­fahrt2 star­ten­de Hoch­see­pas­sa­gier­schiff, das ...                

  1. ein­er bri­ti­schen Schiffs­ge­sell­schaft mit Sitz in Li­ver­pool ge­hör­te
  2. 882,5 Fuß lang war, das läng­ste bis da­hin ge­bau­te Pas­sa­gier­schiff
  3. drei Pro­pel­ler und zwei Ma­sten hat­te
  4. 3.000 Pas­sa­gie­re be­för­dern konn­te, tat­säch­lich aber nur 2.235 Pas­sa­gie­re be­för­der­te
  5. 66.000 Ton­nen ver­dräng­te
     
  6. 46.000 PS Mo­tor­lei­stung hat­te
  7. als un­sink­bar galt
  8. im Ap­ril zu ih­rer Jung­fern­fahrt in See stach - von Southamp­ton nach New York
  9. um Mit­ter­nacht 400 Mei­len von Neu­fund­land ent­fernt im Nord­at­lan­tik auf der Steu­er­bord-Sei­te mit ei­nem Eis­berg kol­li­dier­te, mit ei­ner Ge­schwin­dig­keit von 22,5 Kno­ten
  10. nicht ge­nü­gend Ret­tungs­boo­te (24) da­bei hat­te
  11. ca. 700 der 2.235 Pas­sa­gie­re ret­ten konn­te

Mit dem Er­schei­nen der Ge­schich­te der Ti­ta­nic 14 Jah­re vor ih­rem Un­ter­gang als Buch (das nach 1912 zum Best­seller wur­de) frag­ten sich Mil­lio­nen Le­ser, ob sein Au­tor - Ro­bert­son - viel­leicht hell­se­hen konn­te. Die­ser be­stritt dies de­zi­diert. Er ken­ne nur sei­nen Stoff, al­les an­de­re sei Zu­fall.

Auch Wis­sen­schaft und Jour­na­lis­mus nah­men sich des The­mas an und do­ku­men­tier­ten Pa­ral­le­len und Un­ter­schie­de zwi­schen Buch und Re­a­li­tät aus­führ­lich, ja akri­bisch ge­nau, und das nicht nur ein­mal, son­dern im­mer wie­der und durch ver­schie­de­ne Ex­per­ten.3 Ab­schlie­ßen­des Er­geb­nis gibt es kei­nes. Der ei­ne For­scher schluss­fol­gert, dass der Fall trotz al­ler Auf­fäl­lig­kei­ten nichts be­son­de­res be­in­hal­te, der an­de­re, dass so vie­le Pa­ral­le­len auf ein­mal kein Zu­fall sein kön­nen. Fa­zit: Der ein­zel­ne Zeit­ge­nos­se mö­ge sich selbst ei­ne Mei­nung über das Er­eig­nis bil­den.
 
 

1998                         FÜNF­ZEHN JAH­RE                         2013

Dan Brown (*1964 USA), be­kannt durch die 100 Mil­lio­nen ver­kauf­te Exem­pla­re sei­nes Ro­mans The Da Vin­ci Code (2003; deut­sche Aus­ga­be: Sa­kri­leg), schrieb 1998 sei­nen Erst­lings­kri­mi Di­gi­tal Fort­ress, der fünf­zehn Jah­re spä­ter durch Ed­ward Snow­don Re­a­li­tät wur­de.

In Dan Browns Ro­man Di­gi­tal Fort­ress (1998) ...

  1. er­presst ein ehe­ma­li­ger Mit­ar­bei­ter die NSA von Ja­pan aus mit star­ker Rhe­to­rik: Soll­te sie das ame­ri­ka­ni­sche Volk nicht über ih­re il­le­ga­le Tä­tig­keit in­for­mie­ren, wür­de er das selbst tun und die tech­ni­sche An­la­ge mit ei­nem Vi­rus zer­stö­ren. Der Le­ser er­fährt ge­nau, wie Glas­fa­ser­ab­zap­fen und Ent­schlüs­seln funk­tio­niert. Schließ­lich schal­tet der Vi­rus die Küh­lung der An­la­ge aus, die völlig aus­brennt.
  2. ar­bei­tet der von der NSA ge­dun­ge­ne Kil­ler mit ei­ner Bril­le, die mit­tels ein­ge­bau­ter Ka­me­ra die Ge­sich­ter in sei­nem Blick­feld scannt, über Funk mit ei­ner zen­tra­len Por­trät-Da­ten­bank ver­gleicht und die Mat­ches op­tisch in das Bril­len­glas ein­blen­det. Der Kil­ler iden­ti­fi­ziert so die Per­so­nen, auf die er an­ge­setzt ist ...

Im Ju­ni des Jah­res 2013 ...

  1. reist Ed­ward Snow­den, NSA-, CIA- und DIA-Agent, nach Hong­kong und kün­digt die Ver­öf­fent­li­chung von il­le­gal ab­ge­fan­ge­nen NSA-Do­ku­men­ten an. Mit star­ker Rhe­to­rik sig­na­li­siert er hu­ma­ni­sti­sche Mo­ti­ve. Me­dien be­rich­ten in der Fol­ge, wie die NSA den ge­sam­ten im Meer über Glas­fa­ser­ka­bel und Sa­tel­lit lau­fen­den Da­ten­ver­kehr ab­zapft und je­de ma­schi­nel­le (nicht per­sön­lich ver­ab­re­de­te) Ver­schlüs­se­lung knackt.
  2. pro­kla­miert die Fir­ma Google die Test­ver­sion der "Goo­gle-Bril­le", die Per­so­nen im Blick­feld des Trä­gers scannt, mit ei­ner zen­tra­len Por­trät-Da­ten­bank ab­gleicht und die Mat­ches dem Bril­len­trä­ger op­tisch auf das Bril­len­glas zu­rück­lie­fert.
    2015 nahm Goo­gle die Goo­gle-Bril­le of­fi­zi­ell aus dem Pro­gramm.
     

1982                         NEUNZEHN JAHRE                         2001

Illuminati WTC

Ein "Steve Jack­son" er­fin­det 1982 das spä­ter preis­ge­krön­te Ge­sell­schafts­spiel "IL­LU­MI­NA­TI", das man für $ 34,95 er­wer­ben kann. Ein Teil da­von be­steht in ei­nem Kar­ten­spiel. Da­rin zeigt ...

  1. ei­ne Kar­te die WTC-Zwil­lings­tür­me beim Ex­plo­die­ren, die den Ori­gi­nal­fo­tos der Ex­plo­sion des WTC-Nord­turms im Jahr 2001 zum Ver­wech­seln ähn­lich sieht.
  2. ei­ne an­de­re Kar­te ein bren­nen­des Pen­ta­gon, die dem tat­säch­lich statt­ge­fun­den ha­ben­den Brand des Pen­ta­gon im Jah­re 2001 al­lerdings nur ent­fernt ähn­lich sieht.

11. Sep­tem­ber 2001:

Am Vor­mit­tag die­ses Ta­ges zer­fal­len die Zwil­lings­tür­me des World Trade Cen­ter zu Staub: WTC1 um 9:59 Uhr und WTC2 um 10:28 Uhr. Da­vor gab es Ex­plo­sio­nen und Feu­er im Ge­bäu­de­in­ne­ren.

Am Spät­nach­mit­tag, ge­nau­er um 17:20 Uhr, fällt dann auch noch das bren­nen­de Ge­bäu­de WTC7 in sich zu­sam­men.

Um 9:37 Uhr wird das Pen­ta­gon wird von ei­nem Ob­jekt be­schä­digt, stürzt an der ge­trof­fe­nen Stel­le zum Teil ein und fängt dort zu bren­nen an.

Um 10:03 Uhr soll ein ent­führ­tes Flug­zeug bei der 245-See­len-Ort­schaft Shanks­ville (et­wa 100 km öst­lich der 300.000-Ein­woh­ner-Stadt Pitts­burgh) ab­ge­stürzt sein.

Die Bil­der die­ser Ka­ta­stro­phen er­schie­nen wo­chen-, mo­na­te-, ja sogar jahre­lang im Fern­se­hen, in den Zei­tun­gen und an­de­ren Me­dien.

Es gibt mehr Vo­ran­zei­chen als die bei­den an­ge­führ­ten Spiel­kar­ten. Siehe da­zu zum Bei­spiel http://alles-absicht.de/911-ankuendigungen und an­de­res.

 
 

UM DAS JAHR NULL                     ZWEI­TAU­SEND JAHRE                     2014

Die­ses Er­eig­nis ist gar nicht pas­siert. Der Va­ti­kan de­kla­rier­te vor ein paar Jah­ren den Ort Mag­da­la am See Ge­ne­za­reth (röm.: Ti­be­ri­as) als Ge­burts­ort von Ma­ria der Mag­da­lena ( = MM) und bau­te dort ei­ne wun­der­schö­ne Kir­che. Nur: War MM ei­ne hi­sto­ri­sche Per­sön­lich­keit? Selbst wenn sie es war, kann sie nicht in ei­nem Ort na­mens Mag­da­la ge­bo­ren wor­den sein. Das ar­gu­men­tie­re ich im Fol­gen­den:

GE­BURT MA­RIAS DER MAG­DA­LE­NA
- WO?

Dass MM laut Neu­em Te­sta­ment ( = NT) und Apo­kry­phen zum en­ge­ren Kreis um Je­sus Chri­stus ge­hör­te (sie soll die Spre­che­rin der Frau­en­grup­pe ge­we­sen sein, wie Si­mon, ge­nannt Ke­fas = Pe­trus, Spre­cher der Män­ner­grup­pe war) und da­her in der Jor­dan-Ge­gend ge­lebt ha­ben muss, ist ei­ne Sa­che. Dass sie in Mag­da­la am See Ge­ne­za­reth ge­bo­ren sein soll, ei­ne an­de­re.
Laut Tra­di­tion - wie hi­sto­risch, weiß ich nicht - rei­ste MM um das Jahr 40 per Schiff nach Süd­frank­reich und or­ga­ni­sier­te dort mit ih­ren Ge­schwi­stern Mar­tha und La­za­rus und an­de­ren die Evan­ge­li­sie­rung. Ma­xi­mi­nus, ihr Bi­schof, stand ihr beim Ster­ben bei und trans­por­tier­te ih­ren Leich­nam aus der "Grotte de la Sainte Baume", in der sie ih­ren Le­bens­abend ver­bracht ha­ben soll, in sei­ne na­he ge­le­ge­ne Kir­che. Heu­te ist dort die Be­zirks­haupt­stadt Saint-Ma­xi­min-de-la-Sainte-Baume mit der Ba­si­li­ka Sainte-Marie-Made­leine, in de­ren Kryp­ta man MMs Schä­del se­hen kann, wel­cher je­des Jahr an ih­rem Ster­be­tag (22. Ju­li) in ei­ner fei­er­li­chen Pro­zes­sion he­rum­ge­tra­gen wird.
Seit mehr als 1500 Jah­ren hal­ten Mönchs­or­den ih­re Ster­be­höh­le in­stand und be­her­ber­gen Pil­ger. Im Tal, et­wa ei­ne Fuß­stun­de un­ter­halb der Höh­le, steht ein Gä­ste­kom­plex, von Do­mi­ni­ka­nern er­baut und ganz dem The­ma MM ge­wid­met.
Ihr Kör­per (ohne Kopf) soll in der Ba­si­li­ka von Vé­ze­lay ruhen, wo­hin Mön­che ihn im Jah­re 710 trans­fe­riert hat­ten, um ihn vor An­grif­fen der Sa­ra­ze­nen zu schüt­zen. 1058 soll der da­ma­li­ge Papst die Echt­heit der Kno­chen be­stä­tigt ha­ben.

NA­ME UND HER­KUNFT
Neue deut­sche Bi­bel­aus­ga­ben ge­ben MMs Na­men mit "Ma­ria aus Mag­da­la" wieder. In mei­ner Ju­gend stand noch "Ma­ria Mag­da­le­na" in mei­ner Bi­bel. Der grie­chi­sche Ur­text Η ΜΑ­ΡΙΑ Η ΜΑΓ­ΔΑ­ΛΗ­ΝΗ ("he Ma­ria he Mag­da­le­ne") hieße wört­lich "die Ma­ria die Mag­da­le­ne", und das kann laut Mar­ga­ret Star­bird4 nicht hei­ßen, dass sie aus Mag­da­la stammt, denn ...

  • die Stadt, die da­mals in der Nä­he des heu­ti­gen Mag­da­la lag, hieß im 1. Jahr­hun­dert Ta­ri­cheae. In sei­nem Bel­lum Iu­da­i­cum nennt Io­se­phus Fla­vius die Stadt, bei de­ren Zer­stö­rung im Jah­re 67 er an­we­send war, nie an­ders als Ta­ri­cheae. Das Glei­che gilt für al­le an­de­ren Quel­len. Erst et­wa 150 Jah­re spä­ter hört man erst­mals von ei­nem am Ufer des Sees Ge­ne­za­reth ge­le­ge­nen Ort Mag­da­la (aram.) bzw. Mig­dol (hebr.).
  • "Mag­da­le­na" ist kein Na­me, son­dern ein Ti­tel, der ih­re Rol­le in der neu­te­sta­ment­li­chen Vor­se­hung cha­rak­te­ri­siert. "Mag­da­le­na" grä­zi­siert "Mig­dal-Eder" (םגדל-עדר), "Wach­turm der Her­de". Der Pro­phet Mi­cha sagt in 4:8, dass er da­mit die "Toch­ter Zion", zu der wie­der das Kö­nig­tum kommt, meint.
    (Ana­log da­zu wohn­te die Fa­mi­lie Je­su nicht in Na­za­reth. Ein Ort die­ses Na­mens exi­stiert in Ga­li­läa erst seit dem 4. Jahr­hun­dert. Im Al­ter­tum mein­te man mit "Na­zo­rä­er" oder "Na­za­re­ner" ein­fach die Chri­sten. Die Wur­zel נצר steckt in "ne­zer", dem "Trieb aus dem Stamm Isais" [Jesaja 11:1.10], des Va­ters Kö­nig Da­vids.)

Im NT müss­te "die Ma­ria die Ta­ri­cheae­rin" ste­hen, hät­ten die Au­to­ren uns ih­ren Ge­burts­ort mit­tei­len wol­len.

GE­BURTS­ORT DER MA­RIA MAG­DA­LE­NA
WIRD ZUM PIL­GER­ZEN­TRUM AUS­GE­BAUT

Im Jah­re 2005 kün­dig­te das Päpst­li­che In­sti­tut "No­tre Dame in Je­ru­sa­lem" den Start von "Pro­jekt Mag­da­la" an. 2008 be­an­trag­te es die Auf­nah­me von Mag­da­la am See Ge­ne­za­reth ins UNESCO-Welt­kul­tur­er­be mit der Be­grün­dung, dass es der Ge­burts­ort MMs sei, der be­deu­ten­den Jün­ge­rin Je­su Chri­sti (sie­he magdalaproject.org).
An To­po­ny­men für den Ort nennt man Mag­da­la (aram.), Mig­dal Ta­ri­cheae (hebr.-griech.), Mig­dal Nun­ya (hebr.-aram.) oder Maj­dal (arab.). Mig­dal (םגדל) wird mit "Turm" über­setzt. Die Wur­zel des No­mens ist das Verb ga­dal (גדל) "groß sein". Nun­ya (נוניה) heißt "Fische" auf ara­mä­isch, zu­sam­men al­so "Fi­sche­turm".
Der Haupt­er­werb der laut Io­se­phus Fla­vius 40.000 Ein­woh­ner star­ken Stadt war Fisch­ver­ar­bei­tung und -ver­kauf. Ihr grie­chi­scher Na­me Ta­ri­cheae be­deu­tet "ge­sal­ze­ne Fi­sche".
Die­se Orts­na­men und ih­re Er­klä­rung sind al­le mit der is­ra­e­li­schen Al­ter­tums­ver­wal­tung (Is­ra­el An­ti­qui­ties Au­tho­ri­ty) ak­kor­diert und stam­men teils wohl auch von ihr, glaubt man ei­ni­gen ih­rer wis­sen­schaft­li­chen Auf­trags­ar­bei­ten.
Der Ort, der ins UNESCO-Welt­kul­tur­er­be auf­ge­nom­men wer­den soll, be­fin­det sich auf ei­nem vom Fran­zis­ka­ner­or­den im Jah­re 1912 er­wor­be­nem Pri­vat­grund­stück. Da­rin hat man bei Aus­gra­bun­gen an­ti­ke Ge­bäu­de­re­ste ge­fun­den, ins­be­son­de­re die ei­ner schö­nen gro­ßen Sy­na­go­ge.
Zeit­gleich mit dem UNESCO-An­trag brach­te man den Or­den der Le­gio­nä­re Chri­sti da­zu (magdala.org), auf dem Fran­zis­ka­ner­grund­stück ein Pil­ger­zen­trum zu bau­en mit Got­tes­dienst-, Kon­fe­renz- und Work­shop-Räu­men, Ho­tels etc.
Die is­ra­e­li­sche Re­gie­rung ge­neh­mig­te dies nicht nur, son­dern zahl­te auch. Damit sol­len die Aus­gra­bun­gen fort­ge­setzt und da­rüber hi­naus Pil­ger an den See Ge­ne­za­reth ge­lockt wer­den.
Hi­sto­ri­ker mer­ken an, dass der Ort Mag­da­la erst in christ­li­cher Zeit als Be­zugs­punkt für MM ge­schaf­fen wur­de. Ei­ne ihr ge­weih­te Kir­che aus dem 4. Jahr­hun­dert stand dort, bis ei­ne Is­la­mi­sie­rung im 8. Jahr­hun­dert den Ort ver­wü­ste­te.
In­so­fern stellt sich das neue Pil­ger­zen­trum als Aus­rol­lung ei­ner Bi­bel­aus­le­gung dar, die in "Mag­da­le­na" ei­ne Her­kunfts­in­for­ma­tion to­po­gra­fi­scher Art sieht. Nicht ganz fein.
An­de­rer­seits bringt der Um­stand, dass im 21. Jahr­hun­dert neu­er­dings ne­ben Bet­le­hem ("Haus des Bro­tes", Ge­burts­ort Je­su) auch nach Mag­da­la ge­pil­gert wer­den kann, Ba­lance in bis­her ein­sei­ti­ge Ver­hält­nis­se. Nach Je­sus er­hält die Öf­fent­lich­keit nun ei­ne wei­te­re Per­sön­lich­keit des NT, de­ren Ge­burts­ort von den kirch­li­chen Au­to­ri­tä­ten als sol­cher de­kla­riert und als Pil­ger­stät­te an­er­kannt ist. In­so­fern das seit 2000 Jah­ren zum er­sten Mal ge­schieht, möch­te ich es als hi­sto­risch be­zeich­nen. Der Pro­jekt­lei­ter schreibt in sei­ner Chro­nik, dass so­wohl der ak­tu­el­le Papst als auch des­sen Vor­gän­ger Pro­jekt­ge­gen­stän­de ge­seg­net ha­ben (Fran­zis­kus 2014 ei­nen Ta­ber­na­kel, Be­ne­dikt XVI. 2009 ei­nen Ge­bäu­de­grund­stein). Wel­che Ein­fluss­nah­me den Va­ti­kan zu die­ser Ak­zent­set­zung be­wegt hat, weiß ich nicht und möch­te da­rüber auch nicht spe­ku­lie­ren ...
Die Wahl des Or­tes aber - und da­rum schrieb ich die­sen Ar­ti­kel - hat eher mit frag­wür­di­ger Li­te­ra­tur­aus­le­gung zu tun denn mit Ge­schich­te.


 
 

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F U S S N O T E N

1 Er ver­öf­fent­lich­te sei­nen Ro­man erst­mals 1898 un­ter dem Ti­tel Fu­ti­li­ty. Der Ver­lag brach­te ihn 1912 nach dem Ver­sin­ken der Ti­ta­nic noch ein­mal un­ter dem Ti­tel The Wreck of the Ti­tan, or: Fu­ti­li­ty mit ge­rin­gen in­halt­lic­hen Än­de­run­gen he­raus.

2  ..., falls es nicht in Wirk­lich­keit ihr be­schä­dig­tes Schwe­ster­schiff RMS Olym­pia war, mit "RMS Ti­ta­nic" über­tüncht, um sich ei­ne un­ren­ta­bel ge­wor­de­ne Re­pa­ra­tur zu er­spa­ren, wie Ro­bin Gar­di­ner es in Ti­ta­nic: The Ship That Never Sank? (1998) an­denkt.

3 Hier ei­ne un­voll­stän­di­ge Samm­lung:
   a)  Epi­so­de 11 der Se­rie "X-Fac­tor" (USA 1997-2001): Ern­te / Die Ti­tan / Das Ta­ge­buch / Stadt der Er­in­ne­rung / Feu­er
   b)  28. 03. 2012:  "Der Un­ter­gang der 'Titan'". Das Buch, das die "Ti­ta­nic"-Ka­ta­stro­phe vor­her­sah (https://www.focus.de/kultur/buecher/der-untergang-der-titan-das-buch-das-die-titanic-katastrophe-vorhersah_aid_728890.html)
   c)  12. 04. 2012:  Mi­chelle McQUIGGE (The Ca­na­dian Press, As­so­cia­ted Press), Au­thor's fic­tio­nal Ti­tan hit ice­berg years be­fore the Ti­ta­nic sank (https://news.yahoo.com/authors-fictional-titan-hit-iceberg-years-titanic-sank-083700949.html)
   d)  13. 04. 2012:  Man­fred PO­SER, Der Un­ter­gang der Ti­tan(ic). Man­fred Po­ser hat ein paar merk­wür­di­ge De­tails zum Un­ter­gang der Ti­ta­nic zu bie­ten (http://www.kritische-ausgabe.de/artikel/der-untergang-der-titanic)
   e)  14. 04. 2012:  Un­ter­gang der "Ti­tan" (https://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Ein-Buch-nahm-die-Titanic-Katastrophe-vorweg-id19398491.html)
   f)  14. 04. 2012:  He­ba HA­SAN, Au­thor 'Pre­dicts' Ti­ta­nic Sin­king, 14 Years Ear­lier (http://newsfeed.time.com/2012/04/14/author-predicts-titanic-sinking-14-years-earlier/)
   g)  06. 01. 2017:  Claire WAR­NER, 6 Ti­ta­nic Con­spi­ra­cy Theo­ries That Are Still Fa­sci­na­ting To­day (https://www.bustle.com/p/6-titanic-conspiracy-theories-that-are-still-fascinating-today-28519)
   h)  21. 09. 2017:  Ka­tie SE­RE­NA, Book Told Of The Ti­ta­nic's Sin­king - 14 Years Be­fore It Hap­pened (https://allthatsinteresting.com/wreck-of-the-titan-titanic-prediction)
   i)  29. 05. 2018:  Ralph PÖH­NER, Der Mann, der das Ti­ta­nic-Un­glück vo­raus­sag­te (https://blog.derbund.ch/historyreloaded/index.php/2876/der-mann-der-das-titanic-unglueck-voraussagte/)
   j)  13. 07. 2018:  Fla­vio CEN­NI, The Ti­ta­nic be­fore the Ti­ta­nic: Chro­no­chro­ni­cles - Time tra­vels: fan­ta­sy and re­a­li­ty (De Fer­ra­ri Co­mu­ni­ca­zio­ne s.r.l.) (https://digilander.libero.it/flavio.cenni/)

4 Sie ist im 20./21. Jahrhundert ei­ne der ver­dien­te­sten Er­for­sche­rin­nen der Per­son von Ma­ria der Mag­da­le­na (sie­he margaretstarbird.net).